Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Lena Dunham bringt »Girls« wieder ins Fernsehen. Endlich! Im kommenden Jahr sollen fünf Folgen bei HBO anlaufen. In einem Videocall fragte Dunham ihre vier Schauspielerkollegen, was sie davon hielten, die Serie fortzusetzen. Und sie sagten: »Iʼm in!« Dunham begründete ihre Entscheidung, gerade jetzt die Fortsetzung zu machen: »Wir haben immer gesagt, dass wir nur dann zu Girls zurückkehren würden, wenn es eine ganz bestimmte Geschichte gäbe, die wir unbedingt erzählen wollten.« Sie habe diese Figuren vermisst, sich aber lange Zeit nicht so recht vorstellen können, wie sie in der heutigen Zeit wären. »Doch dann, kurz vor meinem 40. Geburtstag, fingen sie an, unter der Dusche mit mir zu sprechen. Und wie ihr euch vielleicht erinnert, ist es ziemlich schwer, diese Fünfertruppe wieder zum Schweigen zu bringen, wenn sie erst einmal angefangen hat zu reden …«

Robert Kraft hat fünf Millionen Dollar für das neue Chabad-Zentrum in Chestnut Hill in Boston gespendet. Zu seiner Großzügigkeit sagte Kraft in einem Video: Er sei der Familie des Rabbiners seit Jahren sehr verbunden. Sie bringe Spiritualität und Geist in die heutige Welt. Außerdem liebe er die Challot, welche die Rebbezin jeden Freitag backe. Das neue Zentrum werde übrigens »Kraft Family Chabad Center of Chestnut Hill« heißen. Und vielleicht gibt es ja dort sogar die Challe der Rebbezin?

Billy Joel leidet weiterhin an den Folgen eines Normaldruckhydrozephalus, einer Erkrankung, die sein Gleichgewicht, sein Gedächtnis, sein Seh- und sein Hörvermögen beeinträchtigt. Im Alltag ist er eingeschränkt: Selbst Auto fahren darf er derzeit nicht. Anlass der Äußerungen ist eine für November geplante Auktion, bei der mehr als 70 Motorräder aus seiner Sammlung versteigert werden. Er selbst sieht die Lage weniger dramatisch, als sie klingt: »Aber mir geht es gut.« Ob er je wieder auftreten kann, soll sich erst nach weiteren Untersuchungen zeigen. Seine Erkrankung hatte er im Mai 2025 öffentlich gemacht und damals mehrere Konzerte abgesagt. Nach einer Physiotherapie und der Operation, bei der ihm ein Shunt zur Regulierung des Flüssigkeitsabflusses eingesetzt wurde, verbesserte sich sein Zustand zumindest teilweise.

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Julia Franck widmet sich im 100. Todesjahr von Rainer Maria Rilke dessen letzter Geliebten. Es handelt sich um die jüdische Malerin Baladine Klossowska, 1881 in Breslau als Else Spiro geboren. In ihrem neuen Buch »Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte« zeichnet Franck auf Grundlage des umfangreichen Briefwechsels das Porträt einer selbstbewussten, freiheitsliebenden Frau, deren Gemälde größtenteils verschollen sind und die selbst fast in Vergessenheit geraten ist. Über ihre jüdische Herkunft schwieg Klossowska gegenüber Rilke, der sich einerseits hässlich über Juden äußerte und das Jüdische andererseits folkloristisch verklärte. Franck sieht darin den trennenden Aspekt zwischen den beiden: »Sie liebt, aber sie wird nicht geliebt, und das weiß sie sehr genau.«

Der in Berlin lebende israelische Autor Tomer Gardi legt mit »Liefern« seinen vierten Roman vor und gibt sich darin überraschend ruhig. Statt der gewohnten wilden Sprachspiele erzählt er episodenhaft von Fahrradkurieren. Diese hetzen auf E-Bikes durch Metropolen auf drei Kontinenten, um sich und ihre Familien zu ernähren. Sie sind abhängig von Apps und Vermietern und unsichtbar für jene, die sie per Klick bestellen. Drei Jahre lang recherchierte Gardi dafür. Er wurde 2016 als erster Autor ohne sichere Beherrschung der hochdeutschen Schriftsprache zum Bachmann-Preis eingeladen.

Paul Simon landete auch aufgrund seines vor wenigen Tagen gefeierten 85. Geburtstages in unserer Kolumne »Imanuels Interpreten«. Der Sänger, Gitarrist und Komponist hatte zwei Karrieren. Es begann mit dem Duo Simon & Garfunkel. Als Solokünstler wurde er später erneut zum Weltstar. Nach dem Zerwürfnis mit Art Garfunkel lieferte Simon Hits wie »Mother and Child Reunion« und »50 Ways to Leave Your Lover«. Er feierte mit »Graceland« Erfolge und scheiterte mit dem Musical »Capeman«. Er liebt Hockey und Baseball, trat bei »Saturday Night Live« 1975 als Truthahn auf und gewann 16 Grammys.

Wolf Biermann, der am 15. November 90 wird, sieht sein Leben als Teil eines ewigen »Freiheitskrieges« gegen Unterdrückung, in den er 1936 als Kind kommunistischer und jüdischer Eltern hineingeboren wurde. Am stärksten geprägt hat ihn sein Vater Dagobert, den er nur einmal im Gefängnis sah und der in Auschwitz ermordet wurde. Biermann nennt es im Interview der Jüdischen Allgemeinen sein »makabres Glück«, dass der Vater von seinen Todfeinden und nicht von Genossen im Gulag getötet wurde, was ihm später den Mut gab, sich mit der SED-Diktatur anzulegen. Die gesamte jüdische Familie väterlicherseits wurde 1941 nach Minsk deportiert und erschossen. Er selbst bezeichnet sich als »Vaterjuden«, sein Sohn Felix ist zum Judentum konvertiert und lebt in Israel.

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Elfriede Jelinek ist 80 Jahre alt geworden. Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin, die auf Drängen ihrer autoritären Mutter früh mehrere Instrumente lernte, wählte bewusst das Schreiben und veröffentlichte 1970 ihren ersten Roman »wir sind lockvögel baby!«. Sie erzählt keine psychologischen Geschichten, sondern zerlegt vorgefundenes Sprachmaterial, um Macht- und Gewaltverhältnisse sichtbar zu machen, und verzichtet dabei auf eindeutige Zuweisungen von Täter- und Opferrollen, was ihr auch Widerspruch von Feministinnen einbrachte. Mit ihrem Stück »Burgtheater«, das die Verstrickung einer Schauspielerdynastie in den Nationalsozialismus aufarbeitet, wurde sie zur »Nestbeschmutzerin« erklärt. Erst 2025 wurde das Werk in Wien bejubelt. Ihr jüngster Text »Unter Tieren« wurde 2026 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt.

Mascha Malburg von der Jüdischen Allgemeinen und Joshua Schultheis wurden für ihren Interviewband »Worüber Juden reden« mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung wurde für die Berichterstattung über jüdisches Leben verliehen. Den Preis, den die FAZIT-Stiftung und der Jüdische Journalistenverband gemeinsam vergeben, erhielten auch Nicholas Potter für »Die neue autoritäre Linke«, Thorsten Schmitz für einen Beitrag in der »Süddeutschen Zeitung« sowie Sharon On und Dirk Laucke für ihr RBB-Hörspiel »Auch wenn es dunkel ist«. Eine lobende Erwähnung erhielt Anetta Kahane für ihre Kolumnen in der »Frankfurter Rundschau«.

Chuck Lorre hat gemeinsam mit Mayim Bialik seine Autobiografie »Sitcom: A Memoir« vorgestellt. Der Erfinder von »The Big Bang Theory«, »Two and a Half Men« und »The Kominsky Method« sprach darüber, wie aus einem recht mittellosen Musiker mit einem Hang zu Drogen einer der wichtigsten Regisseure geworden ist.

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