Der Starpianist Igor Levit hat sich erneut zu seinem eigenen Plattenlabel geäußert, das er vor Kurzem gegründet hat. Es heißt »No Silence«. Auf der Internetseite des Labels schreibt der Musiker: »Unsere Welt kann nie genug Stimmen haben, die künstlerisch intervenieren.«
Er wolle ein Netzwerk schaffen, das Künstler dabei unterstützt, ihr eigenes Werk so selbstbewusst wie nur irgend möglich in die Welt hinauszutragen. »›No Silence‹ ist nicht einfach Label, ›No Silence‹ ist Haltung. Für Schönheit, für Mut, gegen Konformismus, gegen Extremismus, für Menschlichkeit.«
Im Interview mit dem »Tagesspiegel« sagte der Künstler: »Wir erleben einen Diskurszusammenbruch, was die Kunst angeht. Überall die Frage, welches Bild hängen darf, welches nicht. Was förderfähig ist, was nicht. Was man sagen darf, was nicht.« Aber: »Damit Kunst funktioniert, muss sie alles sagen dürfen.«
Ihn interessiere das »Freie, Unbedingte, Explosive, zugleich Seriöse. Das suche ich auch bei Kollegen und das möchte ich mit ›No Silence‹ fördern«, so der 1987 in der damaligen Sowjetunion geborene Musiker.
Ähnlich hatte sich Levit bereits in einem Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen geäußert.
Das Label startet mit drei Veröffentlichungen. Dazu gehören Erik Saties »Vexations« und Beethovens »Eroica« in Franz Liszts Klaviertranskription, ergänzt um Schönbergs »Ode to Napoleon«. dpa/ja