Umfrage

Opposition stärker als Netanjahu

Gadi Eisenkot kann laut Umfragen mit viel Unterstützung rechnen. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Knapp fünf Monate vor der spätestens Ende Oktober fälligen Parlamentswahl deutet eine neue Umfrage in Israel auf eine mögliche Machtverschiebung hin. Erstmals seit Monaten würde das zionistische Lager der Opposition ohne Unterstützung arabischer Parteien auf eine eigene Mehrheit in der Knesset kommen. »The Times of Israel« und andere israelische Medien berichteten.

Nach der Erhebung von Zman Yisrael kämen die Parteien, die sich gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellen, gemeinsam auf 62 der 120 Parlamentssitze. Das regierende Lager würde demnach nur noch 50 Mandate erreichen. Die verbleibenden acht Sitze gingen an die arabischen Parteien Ra’am und Hadash-Ta’al.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der erst vor Kurzem gegründeten Partei Yashar unter Führung des früheren Generalstabschefs Gadi Eisenkot. Mit 19 Sitzen würde sie laut Umfrage zur zweitstärksten Oppositionskraft aufsteigen und sich dem Bündnis des ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett annähern, das auf 21 Mandate käme.

Umfrage von Kanal 12

Sollten sich die arabischen Parteien allerdings zu einer gemeinsamen Liste zusammenschließen, würde sich das Bild verändern. In diesem Fall käme die gemeinsame arabische Liste auf 13 Sitze. Das oppositionelle zionistische Lager fiele dann auf 59 Mandate zurück und würde die für eine Regierungsbildung notwendige Mehrheit von 61 Sitzen verfehlen.

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Auch eine separate Umfrage des Fernsehsenders Kanal 12 zeigt Rückenwind für Eisenkot. Erstmals halten mehr Befragte den früheren General für geeigneter für das Amt des Ministerpräsidenten als Netanjahu. Auf die entsprechende Frage nannten 38 Prozent Eisenkot, während 35 Prozent den amtierenden Regierungschef bevorzugten.

Gegen Bennett liegt Netanjahu dagegen weiterhin vorn. In diesem direkten Vergleich sprachen sich 38 Prozent für den Likud-Chef aus, während 31 Prozent Bennett bevorzugten.

Gemeinsames Bündnis

Unter den Wählern der Opposition wird Eisenkot inzwischen ebenfalls als führende Persönlichkeit des Anti-Netanjahu-Lagers gesehen. 46 Prozent der Befragten sprachen sich für ihn aus, 39 Prozent für Bennett.

Mehr als die Hälfte der Oppositionsanhänger befürwortet zudem einen gemeinsamen Wahlantritt von Bennetts Partei und Eisenkots Yashar. 53 Prozent sprachen sich dafür aus, während 33 Prozent ein solches Bündnis ablehnen.

Die Kanal-12-Umfrage kommt insgesamt auf ein etwas anderes Kräfteverhältnis als die Erhebung von Zman Yisrael. Dort erreicht das anti-Netanjahu-Lager 59 Sitze, die Regierungskoalition 51 und die arabischen Parteien zusammen zehn Mandate. Eine klare Mehrheit hätte damit keines der politischen Lager.

Israel muss spätestens bis zum 27. Oktober ein neues Parlament wählen. Derzeit wird in der Knesset jedoch bereits über eine vorgezogene Auflösung des Parlaments und einen früheren Wahltermin beraten.

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