Innerhalb von nur 24 Stunden ist es zu drei mutmaßlichen Terrorangriffen gegen Israelis im Westjordanland gekommen. Bei einer Attacke nahe der Gilad Farm südwestlich von Nablus wurde laut israelischen Medienberichten am Freitagmorgen ein Israeli getötet. Drei weitere Menschen wurden verletzt. Schon zuvor waren zwei Israelis bei Messerangriffen verletzt worden. Die palästinensischen Angreifer wurden getötet.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am Freitagmorgen. Nach ersten Erkenntnissen befanden sich mehrere Israelis in dem Gebiet der Farm, als sie von Palästinensern beschossen wurden. Die israelische Armee leitete eine Fahndung nach den Tätern ein und errichtete Straßensperren, unter anderem an Zufahrten nach Nablus.
Nach Angaben israelischer Medien soll der Leiter des Sicherheitskommandos von Gilad Farm in den Vorfall eingegriffen haben. Den Berichten zufolge wurde seine Waffe von Palästinensern entwendet und anschließend gegen die Israelis eingesetzt. Die genauen Umstände des Angriffs werden noch untersucht.
Offensive Antwort
Yossi Dagan, der Vorsitzender des »Regionalrats von Samaria«, einem Verwaltungsrat israelischer Siedler, bezeichnete die Tat als schweren Terroranschlag. »Der Vorfall dauert noch an. Es gibt weiterhin Menschen in Gefahr. Der Terror wird uns nicht brechen«, erklärte Dagan. Die Antwort müsse offensiv sein: »Wir müssen die Terroristen unerbittlich verfolgen und den Terror mit voller Kraft bekämpfen.«
Bereits am Donnerstag waren zwei Israelis bei zwei verschiedenen Messerangriffen im Westjordanland verletzt worden. Beide palästinensischen Angreifer wurden getötet.
Der erste Angriff ereignete sich nahe des israelischen Außenpostens Derech Avraham bei Elon Moreh. Dort versuchten Israelis, ein Feuer zu löschen, als es zu einer Auseinandersetzung mit Palästinensern kam. Dabei wurde der 51-jährige Itamar Cohen durch Messerstiche schwer verletzt.
Geförderte Gewalt
Nach Angaben der israelischen Armee griffen zwei Palästinenser Cohen an. Ein bewaffneter israelischer Zivilist habe die Situation erkannt und die beiden Angreifer erschossen. Der Verletzte wurde vom Rettungsdienst Magen David Adom versorgt und anschließend mit einem Hubschrauber der Spezialeinheit 669 der israelischen Luftwaffe in ein Krankenhaus gebracht.
Nach dem Angriff riegelte die Armee die palästinensische Ortschaft Beit Furik ab und führte Durchsuchungen durch. Zunächst hatte die Armee erklärt, Palästinenser aus dem Ort könnten für ein Feuer verantwortlich sein, das dem Vorfall vorausgegangen war. Später teilte sie mit, die Ursache des Brandes sei zunächst nicht eindeutig geklärt. Die Polizei sprach anschließend von Brandstiftung, ohne Angaben zu möglichen Tätern zu machen.
Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA behauptete dagegen, israelische Siedler hätten das Feuer gelegt. Yossi Dagan wies diese Darstellung zurück und sprach von einem »schweren Terrorvorfall«. Er warf palästinensischen Organisationen und der Palästinensischen Autonomiebehörde vor, Gewalt gegen Israelis zu fördern.
Soldat verletzt
Ein weiterer Angriff ereignete sich später im Norden des Westjordanlands am Standort der ehemaligen jüdischen Siedlung Ganim. Nach Angaben der israelischen Armee näherte sich ein palästinensischer Angreifer einem Militärposten und stach auf einen Soldaten der Fallschirmjägerbrigade ein.
Der Soldat wurde leicht verletzt. Andere Soldaten eröffneten das Feuer und töteten den Angreifer. Palästinensische Medien identifizierten ihn als den 25-jährigen Yazan Fakhri Sawafta aus Tubas. Nach diesen Angaben war er Mitarbeiter der Polizei der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Nach den Angriffen führten israelische Sicherheitskräfte Einsätze in Beit Furik und Tubas durch. Dabei wurden unter anderem die Wohnungen der mutmaßlichen Täter durchsucht und weitere Personen befragt.
Verdächtiges Verhalten
Am Donnerstagabend nahm die Polizei außerdem einen weiteren Palästinenser an einem Kontrollpunkt zwischen dem Westjordanland und dem Süden Jerusalems fest. Der Mann aus Hebron sei mit einem Motorrad angekommen und habe sich verdächtig verhalten. Nachdem er Anweisungen der Sicherheitskräfte nicht befolgt habe, sei er kontrolliert worden. Bei ihm wurde ein Messer gefunden.
Die Gewalt im Westjordanland hat seit dem Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem Beginn des Gaza-Krieges deutlich zugenommen. Nach zahlreichen palästinensischen Terroranschlägen mit zahlreichen Morden übten israelische Siedler in vielen Fällen illegale Selbstjustiz, indem sie in palästinensischen Ortschaften Fahrzeuge anzündeten. Auch kam es zu Gewaltvergehen gegen Bewohner. im