Westjordanland

Terroranschlag an Bushaltestelle: Zwei Jugendliche verletzt

Israelische Sicherheitskräfte am Tatort des jüngsten Terroranschlages im Westjordanland Foto: copyright (c) Flash90 2026

Bei einem mutmaßlichen Terroranschlag im Westjordanland sind am Sonntagabend zwei Mädchen verletzt worden. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde eine 17-Jährige schwer verletzt, eine 15-Jährige erlitt mittelschwere Verletzungen. Beide wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Israelische Medien berichteten.

Der Vorfall ereignete sich an der Kreuzung Gusch Etzion südlich von Jerusalem. Nach Angaben der Armee steuerte ein Palästinenser sein Fahrzeug in eine Bushaltestelle und erfasste dabei die beiden Jugendlichen. Ein Soldat eröffnete daraufhin das Feuer und tötete den Angreifer noch am Tatort.

Nach ersten medizinischen Erkenntnissen erlitt eines der Opfer Verletzungen im unteren Körperbereich. Das zweite Opfer zog sich Gesichtsverletzungen zu. Rettungskräfte versorgten die Mädchen zunächst vor Ort, bevor sie in Kliniken gebracht wurden.

Erste Hilfe

Die israelischen Streitkräfte identifizierten den Täter als einen 30 Jahre alten Palästinenser aus der Region Hebron. Im Anschluss an den Anschlag wurden in der Umgebung Straßensperren errichtet und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.

Lesen Sie auch

Der Kommandeur der für das Westjordanland zuständigen IDF-Division, Brigadegeneral Kobi Heller, besuchte später den Tatort. Nach Angaben der Armee lobte er den Soldaten des Nachschon-Bataillons der Kfir-Brigade für dessen »außergewöhnliche Leistung während des Anschlags – von der Ausschaltung des Terroristen bis zur anschließenden Versorgung der Verletzten«. Dem Militär zufolge leistete der Unteroffizier nach den Schüssen sofort Erste Hilfe und legte der schwer verletzten Jugendlichen unter anderem ein Tourniquet an.

Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, das den Krieg auslöste, hat die Gewalt im Westjordanland deutlich zugenommen. Bei palästinensischen Terroranschlägen wurden immer wieder Bewohner ermordet. Israelische Siedler übten in mehreren Fällen illegale Selbstjustiz, indem sie palästinensische Dörfer verwüsteten.

Bewaffnete Angreifer

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) spricht in diesem Zusammenhang von Hunderten Opfern. Die israelische Armee erklärt jedoch, bei den meisten Toten habe es sich um bewaffnete Angreifer, Terroristen oder Personen gehandelt, die an gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften beteiligt gewesen seien.

Im gleichen Zeitraum kamen nach israelischen Angaben mehr als 65 Zivilisten sowie Angehörige der Sicherheitskräfte bei palästinensischen Terroranschlägen in Israel und im Westjordanland ums Leben. Weitere acht israelische Sicherheitskräfte wurden bei Einsätzen in palästinensischen Städten getötet. Die PA bezahlt Terroristen, die Israelis ermorden, Renten. im

In eigener Sache

Jüdische Allgemeine depubliziert Texte von Stephan-Andreas Casdorff

Die Prüfung mit spezialisierter Software legt Nahe, dass zwei Kommentare des »Tagesspiegel«-Editor-at-Large in dieser Zeitung von einer KI geschrieben wurden

 15.06.2026

Nahost

Hisbollah: Waffenruhe gilt auch für Libanon

Die geplante 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran gelte auch für den Libanon, behauptet die Terror-Miliz. Doch eine Bestätigung gibt es dafür nicht

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Noch immer nehmen US-Maschinen den größten Teil des Ben-Gurion-Flughafens in Beschlag. Verkehrsministerin Regev warnt vor Schäden in Milliardenhöhe

von Sabine Brandes  15.06.2026

Rehovot

Israelis entwickeln neue Methode zur Suche nach außerirdischem Leben

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben ein statistisches Analysewerkzeug entwickelt, das anhand von Molekülmustern erkennt, ob bestimmte Stoffe biologischen Ursprungs sind

 15.06.2026

Tel Aviv

Naftali Bennett: »Netanjahu kann es einfach nicht mehr«

»Er kann keine Kriege gewinnen. Er kann die Kriminalität nicht bekämpfen. Er kann die Preise nicht senken. Er kann die Ultraorthodoxen nicht in die israelische Gesellschaft integrieren«, sagt der Kandidat der Partei »Zusammen«

 15.06.2026

Kommentar

Die Welt atmet auf, viele Juden tun es nicht

Weder Hamas noch Hisbollah sind verschwunden. Das iranische Regime sitzt weiterhin in Teheran, mit derselben Ideologie, die den 7. Oktober verursacht hat

von Guy Katz  15.06.2026

Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Der amerikanische Präsident beschwert sich über Israels jüngste Attacken auf Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt: »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen?«

 15.06.2026

Palästinensische Gebiete

Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für 2027 an

Es wären die ersten seit 20 Jahren

 14.06.2026