Nur gut drei Monate vor der Knesset-Wahl, die am 27. Oktober 2026 stattfindet, ändert sich die Stimmung in Israel deutlich: Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Maariv sieht die Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nur noch bei 48 Mandaten, während das oppositionelle Lager auf 62 Sitze käme. »The Jerusalem Post« berichtete.
Angeführt wird das oppositionelle Bündnis der Umfrage zufolge von Gadi Eisenkots Partei Jaschar, die zusammen mit den übrigen Oppositionsparteien auf eine klare Mehrheit der 120 Knesset-Sitze käme.
Besonders bemerkenswert: Netanjahus Likud-Partei müsste demnach Verluste hinnehmen und läge mit Jaschar gleichauf. Beide Parteien kämen jeweils auf 22 Mandate. Auch die ultraorthodoxe Schas-Partei rutscht in der Erhebung weiter ab und erreicht nur noch sieben Sitze, den niedrigsten Wert seit der Wahl 2022, als die Partei noch elf Mandate geholt hatte.
Beteiligung von Haredi-Parteien
Die religiös-zionistische Partei hält sich stabil bei vier Sitzen, während Otzma Jehudit auf sieben Mandate zurückfällt. Blau-Weiß und Balad wiederum würden der Umfrage zufolge an der aktuellen Sperrklausel von 3,25 Prozent scheitern und den Einzug in die Knesset verpassen.
Besonders deutlich fällt das Meinungsbild bei der Frage nach einer künftigen Regierungsbeteiligung ultraorthodoxer Parteien aus: 83 Prozent der Befragten lehnen eine Beteiligung ab. Lediglich acht Prozent befürworten dies.
Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei der Frage nach einer möglichen arabischen Regierungsbeteiligung: Hier sprechen sich 70 Prozent der Wählerschaft dafür aus, eine arabische Partei in eine künftige Koalition einzubinden, während nur zehn Prozent dagegen sind. Weitere 20 Prozent äußerten sich neutral oder gaben an, keine Meinung zu diesem Punkt zu haben.
500 Personen befragt
Dem Krisenmanagement der amtierenden Regierung stellen die Befragten kein gutes Zeugnis aus: Nur 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler trauen dem aktuellen Kabinett zu, in den verbleibenden Monaten bis zur Wahl die richtigen Entscheidungen für das Land zu treffen, während 55 Prozent daran zweifeln.
Die Erhebung wurde am 8. und 9. Juli von Maariv gemeinsam mit dem Institut Panel4ALL Research unter der Leitung von Menachem Lazar durchgeführt. Befragt wurden 500 Personen ab 18 Jahren, die als repräsentativer Querschnitt der erwachsenen Bevölkerung Israels gelten. Dazu zählen sowohl jüdische als auch arabische Staatsbürger. Die statistische Fehlerquote der Umfrage liegt bei maximal 4,4 Prozent. im