Neue Umfrage

Netanjahus Koalition stürzt auf 48 Sitze ab – Opposition kommt auf 62

Israelis und Besucher Anfang Juli in Tel Aviv Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Nur gut drei Monate vor der Knesset-Wahl, die am 27. Oktober 2026 stattfindet, ändert sich die Stimmung in Israel deutlich: Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Maariv sieht die Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nur noch bei 48 Mandaten, während das oppositionelle Lager auf 62 Sitze käme. »The Jerusalem Post« berichtete.

Angeführt wird das oppositionelle Bündnis der Umfrage zufolge von Gadi Eisenkots Partei Jaschar, die zusammen mit den übrigen Oppositionsparteien auf eine klare Mehrheit der 120 Knesset-Sitze käme.

Besonders bemerkenswert: Netanjahus Likud-Partei müsste demnach Verluste hinnehmen und läge mit Jaschar gleichauf. Beide Parteien kämen jeweils auf 22 Mandate. Auch die ultraorthodoxe Schas-Partei rutscht in der Erhebung weiter ab und erreicht nur noch sieben Sitze, den niedrigsten Wert seit der Wahl 2022, als die Partei noch elf Mandate geholt hatte.

Beteiligung von Haredi-Parteien

Die religiös-zionistische Partei hält sich stabil bei vier Sitzen, während Otzma Jehudit auf sieben Mandate zurückfällt. Blau-Weiß und Balad wiederum würden der Umfrage zufolge an der aktuellen Sperrklausel von 3,25 Prozent scheitern und den Einzug in die Knesset verpassen.

Lesen Sie auch

Besonders deutlich fällt das Meinungsbild bei der Frage nach einer künftigen Regierungsbeteiligung ultraorthodoxer Parteien aus: 83 Prozent der Befragten lehnen eine Beteiligung ab. Lediglich acht Prozent befürworten dies.

Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei der Frage nach einer möglichen arabischen Regierungsbeteiligung: Hier sprechen sich 70 Prozent der Wählerschaft dafür aus, eine arabische Partei in eine künftige Koalition einzubinden, während nur zehn Prozent dagegen sind. Weitere 20 Prozent äußerten sich neutral oder gaben an, keine Meinung zu diesem Punkt zu haben.

500 Personen befragt

Dem Krisenmanagement der amtierenden Regierung stellen die Befragten kein gutes Zeugnis aus: Nur 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler trauen dem aktuellen Kabinett zu, in den verbleibenden Monaten bis zur Wahl die richtigen Entscheidungen für das Land zu treffen, während 55 Prozent daran zweifeln.

Die Erhebung wurde am 8. und 9. Juli von Maariv gemeinsam mit dem Institut Panel4ALL Research unter der Leitung von Menachem Lazar durchgeführt. Befragt wurden 500 Personen ab 18 Jahren, die als repräsentativer Querschnitt der erwachsenen Bevölkerung Israels gelten. Dazu zählen sowohl jüdische als auch arabische Staatsbürger. Die statistische Fehlerquote der Umfrage liegt bei maximal 4,4 Prozent. im

Jerusalem

Netanjahu verschiebt USA-Reise wegen Lindsey Grahams Beerdigung

Ursprünglich hatte der israelische Ministerpräsident morgen abfliegen und bis Dienstag in den USA bleiben wollen

 17.07.2026

Essay

Der Flüchtlingsstatus der Palästinenser muss endlich enden

Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  16.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Italien

Wenn Anne Frank und Primo Levi mit »Nazis« beschmiert werden

Erneut antisemitischer Vandalismus gegen ein Holocaust-Gedenkgemälde in Mailand

 16.07.2026

Israel

Knesset beschließt Ausweitung geschlechtergetrennter Studiengänge

In Zukunft sollen auch Master- und Promotionsstudiengänge getrennt für Frauen und Männer ermöglicht werden

 16.07.2026

Washington D.C.

Künftige kolumbianische Regierung will Botschaft nach Jerusalem verlegen

Damit gibt es bald neun diplomatische Vertretungen in der israelischen Hauptstadt

 16.07.2026

Westjordanland

Sicherheitsbehörden: Angriffe gewaltbereiter Siedler gehen zurück

Seit dem Höchststand im März sollen die Zahlen zuletzt aufgrund der Maßnahmen von Armee, Inlandsgeheimdienst und Polizei zurückgegangen sein

 16.07.2026

Tel Aviv

Eisenkot erhebt schwere Vorwürfe gegen Netanjahu

Netanjahu habe ihn vor Jahren als Generalstabschef gebeten, Soldaten auf den Golanhöhen in einen Schutzbunker zu schicken – in einem Gebiet, in dem sein Sohn Avner stationiert war

 16.07.2026

Wahlkampf

Der Anti-Bibi

Erstmals führt Gadi Eizenkot mit seiner Partei Jaschar die Wahlumfragen an. Wer ist der überraschende Top-Herausforderer?

von Joshua Schultheis  16.07.2026