Geisel
In ihrem ersten längeren Interview hat die ehemalige Hamas-Geisel Rimon Buchshtab-Kirsht über ihre Gefangenschaft in Gaza und die Ermordung ihres Mannes Yagev gesprochen, den sie dort zurücklassen musste. Bilder von Buchshtab-Kirshts Freilassung waren viral gegangen, als sie während der Übergabe an das Rote Kreuz einen ihrer Peiniger hasserfüllt anstarrte und offensichtlich beschimpfte. Sie habe ihn auf Arabisch verflucht, sagte sie nun, damit jeder es verstehen würde. »Jede Bestie bekommt, was sie verdient«, habe sie geschrien.
Hamas
Knapp zwei Jahre nach der Tötung von Hamas-Anführer Yahya Sinwar hat die Terrororganisation Khalil al-Hayya zu ihrem neuen Chef bestimmt. Das berichtet die »Times of Israel«. Der 65-Jährige sei zuvor Leiter des Politbüros in Gaza gewesen und habe nach dem 7. Oktober 2023 als Chefunterhändler bei den Verhandlungen über einen Waffenstillstand und die Freilassung der Geiseln fungiert. Al-Hayya habe Gaza kurz vor den Massakern verlassen und halte sich seitdem vor allem in Katar auf.
Charedim
Am Montag haben bis zu 25.000 Charedim aus ganz Israel vor einer Militärbasis im Zentrum gegen die Verhaftung eines Jeschiwa-Schülers protestiert, der sich dem Militärdienst entziehen wollte. Als die hochaggressive Menge den Zaun eindrückte, ging die Militärpolizei dazwischen, berichten israelische Medien. Außerdem kamen Hunderte vor das private Haus der Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara, wobei lokale Passanten angegriffen wurden. Ein Mann und sein Hund wurden verprügelt, weil das Tier den Demonstranten als unrein galt, berichtet »Kan«.
Gesetze
Kurz vor Auflösung der Knesset am 17. Juli hat die Regierung eine weitreichende Reform des Medienrechts verabschiedet. Das Gesetz erweitert den Einfluss der Regierung auf den Rundfunk- und Nachrichtenmarkt grundlegend. Zahlreiche bisher geltende Regulierungen entfallen, darunter Vorgaben für journalistische Standards, Investitionen in Eigenproduktionen sowie Beschränkungen bei Beteiligungen an mehreren Medienunternehmen. Zugleich erhält die Regierung größeren Einfluss auf die Vergabe staatlicher Werbebudgets. Nur der regierungsnahe Sender »Kanal 14« sei von den Neuerungen ausgenommen, heißt es. Unmittelbar nach der Verabschiedung reichten mehrere Organisationen und Oppositionsparteien Klage beim Obersten Gerichtshof ein. Die Abstimmung gehörte zu einer Flut umstrittener Gesetzesvorhaben, die die Koalition noch vor der Parlamentsauflösung und den für den 27. Oktober angesetzten Neuwahlen durchsetzen wollte.
Marsch
Mehrere Minister und Abgeordnete haben sich am Sonntag einem Marsch von Siedleraktivisten nach Gaza angeschlossen. Die Teilnehmer forderten die Wiedererrichtung jüdischer Siedlungen und durchquerten dabei offenbar unbehelligt militärisches Gebiet und Checkpoints. Am Grenzzaun seien israelische Flaggen gehisst worden. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich an dem Marsch unter anderem Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, Finanzminister Bezalel Smotrich sowie mehrere Politiker der Likud-Partei von Premier Netanjahu. ja