Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei jüngsten Luftangriffen im Gazastreifen mehrere hochrangige Hamas-Kommandeure getötet. Unter den Getöteten soll laut israelischen Medienberichten auch Nael Abu Obeid gewesen sein, der die Rafah-Brigade der Terrororganisation führte und zugleich für deren Operationsabteilung verantwortlich war.
Das israelische Militär und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet bezeichneten Abu Obeid als eine zentrale Figur innerhalb der Hamas. Er hatte den Angaben zufolge im Mai 2025 die Führung der Rafah-Brigade übernommen. Sein Vorgänger Muhammad Shabana war damals bei einem israelischen Angriff getötet worden, bei dem auch der Hamas-Anführer Mohammed Sinwar ums Leben kam.
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden arbeitete Abu Obeid anschließend daran, die militärischen Fähigkeiten der Hamas wiederherzustellen und weitere Angriffe auf Israel vorzubereiten. Wo genau er getötet wurde, teilten IDF und Schin Bet zunächst nicht mit.
Beseitigung einer Bedrohung
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten gemeinsam: »Kein Terrorist ist immun. Die Hamas wird Gaza nicht mehr kontrollieren.«
Bereits am Montag waren nach Darstellung der IDF zwei weitere ranghohe Hamas-Kommandeure bei Angriffen getötet worden. Einer von ihnen war Ahmad al-Batash, der demnach das Bataillon Dschabalija innerhalb der Hamas-Brigade Nord-Gaza kommandierte. Palästinensische Medien veröffentlichten nach seinem Tod ein sogenanntes Märtyrerplakat, auf dem er als hochrangiger Hamas-Kommandeur dargestellt wurde.
Al-Batash wurde laut Armee bei einem Angriff auf ein Fahrzeug im Norden des Gazastreifens getötet. Die IDF warf ihm vor, zuletzt Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten vorangetrieben und zugleich versucht zu haben, die militärischen Fähigkeiten der Hamas wiederherzustellen. Dies geschehe »in systematischer Verletzung der Waffenruhe«, erklärte das Militär. »Der Terrorist wurde getötet, um die von ihm ausgehende Bedrohung zu beseitigen.«
Ausbildung von Kämpfern
Der zweite Hamas-Kommandeur wurde als Rafat Abu Zamar identifiziert. Nach Angaben der IDF gehörte er zur Operationsabteilung der Terrororganisation und war dort als Kompaniechef tätig. Vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 soll Abu Zamar Terroristen für den Angriff trainiert haben. Zuletzt sei er erneut an der Ausbildung von Kämpfern und am Ausbau der Fähigkeiten der Hamas beteiligt gewesen.
Bei einem weiteren Angriff in Gaza-Stadt wurde nach Angaben der israelischen Armee Muhammad Khader Fahmi Aghour getötet. Er soll zur Waffenproduktionsabteilung der Hamas gehört haben. Sowohl gegen Abu Zamar als auch gegen Aghour erhob die IDF den Vorwurf, an Angriffen beteiligt gewesen zu sein und den Wiederaufbau der militärischen Strukturen der Hamas vorangetrieben zu haben.
Auch ein ranghoher Hamas-Kommandeur in Chan Junis war bereits in der vergangenen Woche bei einem israelischen Angriff getötet worden. Insgesamt seien allein innerhalb von zwei Wochen etwa 25 Terroristen im Gazastreifen getötet worden, teilte die Armee mit. Unter ihnen befänden sich mindestens zehn Kommandeure der Nukhba-Einheit, der Eliteformation der Hamas.
Am 7. Oktober beteiligt
Am Dienstag fanden im Gazastreifen öffentliche Trauerfeiern für al-Batash und Abu Zamar statt. Auf Aufnahmen war der Leichnam al-Batashs im Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt zu sehen. Er war in eine Hamas-Fahne gehüllt, auf seinen Körper war ein M16-Sturmgewehr gelegt worden. Ein Angehöriger des Getöteten erklärte bei der Beerdigung: »Israel denkt, dass es den Widerstand und den Geist des Dschihad in uns beseitigen wird.« Der Angriff werde jedoch »nur die Entschlossenheit unseres Volkes stärken, diesen Weg fortzusetzen«.
Die IDF meldete zudem den Tod eines Mitglieds des Palästinensischen Islamischen Dschihad. Mohsen Farid Said Abu Hadaf sei bei einem Angriff am Wochenende in Chan Junis getötet worden. Nach Angaben des Militärs war er Kommandeur einer Raketen-Einheit der Terrororganisation.
Abu Hadaf soll sich am 7. Oktober 2023 am Überfall auf Israel beteiligt haben. Die IDF erklärte, er habe damals den Raum Kissufim angegriffen. Zuletzt habe er weitere Attacken auf israelische Soldaten und Zivilisten vorangetrieben und damit ebenfalls »in systematischer Verletzung der Waffenruhe« gehandelt. »Der Terrorist wurde getötet, um die von ihm ausgehende Bedrohung zu beseitigen«, erklärte die Armee.
Die Waffenruhe, die im Oktober 2025 mit Unterstützung der USA in Kraft trat, beendete die groß angelegten Kämpfe im Gazastreifen, führte jedoch nicht zu einem vollständigen Ende israelischer Militäroperationen gegenb den palästinensischen Terror. Während die Hamas Israel Verstöße gegen die Vereinbarung vorwirft, erklärt die israelische Seite, Terrororganisationen hätten wiederholt gegen die Waffenruhe verstoßen und versucht, ihre militärischen Fähigkeiten wiederherzustellen. im