Tel Aviv

Israelischer Diplomat glaubt an neuen Beitritt zu Abraham-Abkommen

Botschafter Yossi Shelley

Israels Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Yossi Shelley, rechnet damit, dass sich innerhalb der kommenden Monate ein weiteres Land den Abraham-Abkommen anschließen könnte. Als möglichen Kandidaten nannte er Kuwait.

Im Gespräch mit dem israelischen Sender KAN sagte Shelley am Dienstag, ein Beitritt könne innerhalb von vier bis sechs Monaten erfolgen. Konkrete Verhandlungen mit Kuwait bestätigte der Botschafter dabei nicht.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine Ausweitung der Abraham-Abkommen ins Gespräch gebracht. Nach seinen Vorstellungen könnten neben den bereits beteiligten Staaten weitere Länder aus der Region und der muslimischen Welt hinzukommen. Dazu zählen Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien.

Größere Beteiligung

Trump hatte erklärt, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain seien bereits Teil der Vereinbarungen. Zugleich räumte er ein, dass möglicherweise ein oder zwei der von ihm genannten Staaten nicht beitreten würden. Die übrigen Länder sollten seiner Darstellung zufolge jedoch bereit sein, entsprechende Vereinbarungen zu unterzeichnen.

Der US-Präsident verwies in diesem Zusammenhang auch auf Gespräche mit führenden Politikern aus dem Nahen Osten und der muslimischen Welt. Zu den Gesprächspartnern gehörten unter anderem der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed Al Nahyan, sowie Vertreter aus Katar, Pakistan, der Türkei, Ägypten, Jordanien und Bahrain.

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Trump hatte nach eigenen Angaben gefordert, die beteiligten Staaten sollten die Abraham-Abkommen möglichst gemeinsam unterzeichnen. Die USA hätten viel Arbeit in die Vorbereitung einer entsprechenden Vereinbarung investiert.

Keine Warnung

Auch die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten waren Thema des KAN-Interviews. Shelley widersprach Berichten, wonach Mohammed bin Zayed den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 gewarnt habe.

»Ich war in jenen Tagen dort. Ich erinnere mich nicht an eine Warnung oder ein Gespräch darüber«, sagte Shelley. Auf entsprechende Nachfragen bekräftigte er seine Aussage und verwies darauf, dass er selbst an mehreren Regierungssitzungen teilgenommen habe.

Er fügte hinzu, dass sich vieles nur schwer beurteilen lasse, wenn es nicht ausdrücklich öffentlich gemacht werde. Entscheidend sei für ihn die gegenwärtige Entwicklung der bilateralen Beziehungen. Diese seien nach seiner Einschätzung deutlich enger geworden.

»Dramatisches Wachstum«

»Wir erleben ein dramatisches Wachstum, und letztlich sind wir im entscheidenden Moment echte Partner«, sagte Shelley. Es komme darauf an, auf wen man sich in einer schwierigen Situation verlassen könne: »Wen rufst du an, und wer wird dir helfen?«

Die Äußerungen fallen zeitlich mit dem sechsten Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Rahmen der Abraham-Abkommen zusammen. Shelley betonte, dass die Zusammenarbeit trotz zwischenzeitlicher Spannungen weiter ausgebaut werde. im

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