Jerusalem

Likud-Abgeordneter verärgert Netanjahu mit behauptetem Angriff auf Iran

Der Knesset-Abgeordnete Moshe Saada (Likud) Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Eine Aussage des Likud-Abgeordneten Moshe Saada über einen möglichen bevorstehenden Angriff auf den Iran hat in Israel für erhebliche Irritationen gesorgt. Nach Medienberichten reagierte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verärgert auf die Äußerungen des Parlamentariers und bemühte sich umgehend um Klarstellungen.

In einem Fernsehinterview hatte Saada erklärt: »Jeder weiß, dass wir kurz vor einem Angriff auf den Iran stehen – vielleicht sogar schon an diesem Wochenende. Das sind jedenfalls die Einschätzungen.« Die Bemerkung wurde zunächst als Hinweis auf einen möglichen israelischen Militärschlag verstanden.

Kurze Zeit später relativierte der Likud-Politiker seine Aussage. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er, er habe sich auf einen möglichen Angriff der Vereinigten Staaten bezogen und nicht auf eine israelische Militäroperation. Zugleich forderte er die Menschen dazu auf, das vollständige Interview anzusehen.

»Er weiß nichts«

Dennoch lösten seine Äußerungen hinter den Kulissen offenbar erheblichen Unmut aus. Ein Regierungsvertreter sagte der Publikation »Ynet«, Saada verfüge über keinerlei sicherheitsrelevante Informationen. »Er weiß nichts, er redet einfach drauflos«, zitierte das Nachrichtenportal den Beamten. Der Abgeordnete nehme an keinen sicherheitspolitischen Beratungen teil und habe lediglich wiedergegeben, was er aus den Medien kenne.

Nach einem Bericht von »Israel Hayom« wies die Likud-Partei ihre Abgeordneten nach dem Vorfall an, sich öffentlich nicht mehr zum Krieg zu äußern. Auch »Ynet« berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, im Büro des Ministerpräsidenten habe die Aussage erhebliche Verärgerung ausgelöst.

Der Zwischenfall fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor erklärt, er erwäge einen besonders umfangreichen Militärschlag gegen die Islamische Republik. »Ich ziehe einen massiven Angriff in Betracht. Größer als jemals zuvor. Ich bin kurz davor, eine Entscheidung zu treffen. Wir sind bereit«, sagte Trump der Publikation »Axios«.

Zugleich betonte Trump, Israel würde sich einem amerikanischen Angriff »innerhalb von zwei Minuten« anschließen, falls er darum bitte. Gleichzeitig deutete er an, dass eine israelische Beteiligung Vergeltungsmaßnahmen des Iran nach sich ziehen könnte. im

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