Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Jüdische Kinder im Moshav Yashresh beim Rosch-Haschana-Unterricht Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Am Vorabend von Rosch Haschana hat das Zentrale Statistikamt neue Bevölkerungszahlen veröffentlicht. Demzufolge leben im neuen jüdischen Jahr 5787 10,305 Millionen Menschen in Israel.

Eine Zahl, die zunächst vor allem nach Wachstum klingt: 124.000 Menschen mehr als noch vor einem Jahr. Israel wächst – vor allem, weil jedes Jahr viele Babys geboren werden. Doch hinter der Zahl verbirgt sich auch eine Entwicklung, die den Verantwortlichen zunehmend Sorgen bereitet: Immer mehr Israelis verlassen das Land, während gleichzeitig weniger Menschen neu einwandern.

Die Behörde analysiert die israelische Gesellschaft von Bevölkerungswachstum und Zuwanderung über Gesundheit und Bildung bis hin zu Sicherheitsgefühl und Lebenszufriedenheit.

7,828 Millionen der Einwohner sind Juden

Die Daten zeigen, dass etwa 7,828 Millionen der Einwohner Israels Juden und Angehörige anderer Religionen sind (78,3 Prozent der Gesamtbevölkerung) und etwa 2,173 Millionen Araber (21,7 Prozent). Zusätzlich leben momentan rund 304.000 Ausländer in Israel.

Seit Rosch Haschana im vergangenen Jahr ist die israelische Bevölkerung um etwa 124.000 Menschen gewachsen, was einer Wachstumsrate von 1,2 Prozent entspricht. Im vergangenen Jahr wurden in Israel rund 182.000 Babys geboren, und etwa 50.000 Menschen starben.

Eine der auffälligsten und besorgniserregendsten Zahlen in Israel 2026 betrifft die Einwanderung: Denn die Netto-Einwanderungsbilanz war negativ – insgesamt verließen rund 8.000 Menschen das Land. Im vergangenen Jahr kamen zwar circa 24.000 neue Einwanderer nach Israel und gleichzeitig kehrten rund 21.000 Israelis, die ins Ausland ausgewandert waren, zurück. Allerdings verließen 57.000 Israelis das Land und wanderten aus.

Die negative Einwanderungsbilanz macht den Verantwortlichen Sorgen

Zum Vergleich: Im Jahr 2025 verließen 69.500 Einwohner Israel, verglichen mit 82.800 im Jahr 2024. Im selben Jahr wanderten 20.900 neue Einwanderer nach Israel ein, gegenüber 31.100 im Jahr 2024.

Seit der Staatsgründung sind insgesamt rund 3,51 Millionen Einwanderer nach Israel eingewandert.

Das Statistikamt hat in seinem neuesten Bericht die jüdische Bevölkerung auch in Religiosität aufgeteilt. Die Aufschlüsselung der Menchen ab 20 Jahren, basierend auf der Selbsteinschätzung, zeigt, dass die größte Gruppe säkular ist und knapp 40 Prozent ausmacht (39,7 Prozent). 21,8 Prozent bezeichneten sich als traditionell, 14,0 Prozent als traditionell-religiös, 12,4 Prozent als religiös und 11,5 Prozent als ultraorthodox.

Auch das durchschnittliche Haushaltseinkommen wurde veröffentlicht: Im Monat verdienen Israelis rund 14.000 Schekel brutto, das sind umgerechnet etwa 4.000 Euro. Netto werden ihnen knapp 3.150 Euro ausgezahlt.

Israelis gehen gern unter die Chuppa

Und dann gibt es noch eine Zahl, die viel über den Alltag im Land erzählt: Die Israelis gehen auch gern unter die Chuppa und bekommen vergleichsweise viele Kinder. Im Jahr 2025 heirateten in Israel 53.025 Paare, 16.499 Paare ließen sich scheiden. Die Geburtenrate lag im Durchschnitt bei 2,88 Kindern pro Frau – mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt in den OECD-Ländern, der bei 1,41 liegt.

Die OECD ist ein Zusammenschluss von derzeit 38 Staaten, vor allem wirtschaftlich entwickelten Ländern. Dazu gehören etwa Deutschland, Frankreich, die USA, Großbritannien, Japan und auch Israel.

Daher sind auch die Familien größer: Die Zahl der Privathaushalte in Israel betrug etwa 3,03 Millionen, und die durchschnittliche Haushaltsgröße lag bei 3,17 Personen – im Vergleich zu einem Durchschnitt von rund 2,5 Personen in den OECD-Ländern.

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