Jerusalem

Umfrage: Mehrheit der Israelis will Regierung ohne Netanjahu 

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: POOL

Mit mehreren Anträgen aus Koalition und Opposition zur Parlamentsauflösung sind vorgezogene Neuwahlen in Israel wahrscheinlicher geworden. Diverse Umfragen, die von israelischen Medien Ende vergangener Woche veröffentlicht wurden, prognostizieren Sitzverluste für die derzeit stärkste Partei Likud, keine Mehrheit für die bisherigen Koalitionspartner und den Wunsch vieler Israelis, Benjamin Netanjahu möge sich nach 18 Jahren als Ministerpräsident zurückziehen.

55 Prozent der Befragten einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lazar Research wollen, dass Netanjahu nicht erneut bei Wahlen antritt. Eine erneute Kandidatur Netanjahus wünschen sich 38 Prozent, während 7 Prozent sich unentschlossen zeigten. Die Umfrage ergab weiter, dass bei einer Abstimmung zum jetzigen Zeitpunkt der amtierende Koalitionsblock auf 49 der erforderlichen 61 Mandate kommen würde. Die Opposition käme unterdessen ohne die arabischen Parteien auf eine Mehrheit von 61 der 120 Sitze.

Dabei würde die neugegründete Partei Bejachad (»Zusammen«) unter Führung der ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Yair Lapid mit 26 Sitzen als stärkste Kraft hervorgehen, gefolgt von Netanjahus Likud mit 25 Sitzen. Die rechtsradikale Koalitionspartei Otzma Jehudit (»Jüdische Stärke«) erhielte mit 8 Sitzen zwei mehr als im aktuellen Parlament, während die rechtsradikale Koalitionspartei »Religiöser Zionismus« an der geltenden 3,25-Prozent-Hürde scheitern würde. Ebenfalls daran scheitern würde auch die arabische Partei Balad, die Reservistenpartei und Kachol Lavan.

Lesen Sie auch

Eine von Kanal 12 veröffentlichte Wahlumfrage des Midgam-Instituts sieht ebenfalls eine Schwächung der gegenwärtigen Koalition auf 52 Sitze. Sie sieht jedoch den Likud mit 26 Sitzen als stärkste Partei vor Bejachad mit 24 Sitzen. Den Oppositionsparteien fehlten laut dieser Umfrage ohne Beteiligung der arabischen Parteien drei Mandate für eine Mehrheit. Auch laut dieser Umfrage kämen die genannten vier Parteien nicht über die vorgegebene Schwelle.

Die Koalition hatte am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Auflösung des Parlaments und für vorgezogene Neuwahlen eingereicht. Er muss vier Abstimmungen durchlaufen; die erste Abstimmung wird für nächste Woche erwartet. Zuvor hatten Teile der Koalition ebenso wie drei Oppositionsparteien ähnliche Gesetzentwürfe angekündigt.

Gesundheit

Rezept gegen die Pillen

Neue Vorschriften sollen den Missbrauch opioidhaltiger Medikamente eindämmen. Israel führt weltweit beim Pro-Kopf-Konsum

von Sabine Brandes  05.07.2026

Ehemalige Geiseln

Wenn aus Ketten Freudentänze werden

Hennafeier von Eliya Cohen und Ziv Abud: Das Paar feiert seine Liebe und bereitet sich auf die Hochzeit im August vor

von Sabine Brandes  03.07.2026

Wirtschaft

So viele Millionäre gibt es in Israel

Ein Überblick

von Sabine Brandes  03.07.2026

Kriminalität

Vier Tote in 24 Stunden

Nur 12 Prozent aufgeklärt: Israels arabische Gemeinde sieht sich einer immer weiter eskalierenden Welle der Gewalt gegenüber

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gazastreifen

Israelische Armee tötet Entführer von Daniel Perez

Muhammad Na’im Jandiya überfiel mit einer Nukhba-Einheit den Kibbuz Nahal Oz

 03.07.2026

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026