Diplomatie

Förderprogramm für Verlegung ausländischer Botschaften nach Jerusalem bereitgestellt

Auch Guatemala hat eine Botschaft in Jerusalem. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die israelische Regierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, das darauf abzielt, weitere Staaten zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zu bewegen und diplomatische Vertretungen in die Stadt zu verlegen. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurde der Beschluss einstimmig angenommen. Die »Jerusalem Post« und andere Medien berichteten.

Initiatoren der Vorlage sind Außenminister Gideon Sa’ar sowie Justizminister und stellvertretender Regierungschef Yariv Levin. Kern des Programms ist ein Budgetrahmen, mit dem finanzielle Anreize für die Verlagerung von Botschaften geschaffen werden sollen.

Geplant sind demnach unter anderem Beteiligungen an den Kosten für Neubau oder Umzug diplomatischer Einrichtungen. Ergänzend dazu sieht das Konzept Unterstützung bei Infrastruktur- und Wohnlösungen vor, um die Ansiedlung diplomatischer Vertretungen in Jerusalem zu erleichtern. Auch die Ausweitung offizieller Kontakte, Delegationsreisen und Kooperationsformate in die Hauptstadt soll gezielt gefördert werden.

Honduras und Paraguay

Die Initiative knüpft an bereits laufende diplomatische Bemühungen Israels an, die internationale Präsenz in Jerusalem auszubauen. In der Regierung wird das Projekt als Teil einer langfristigen Strategie verstanden, die politische und diplomatische Bedeutung der Stadt weiter zu stärken.

Lesen Sie auch

Unterstützung kommt dabei auch aus Teilen der US-Diplomatie. Bereits während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump wurde die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem eingeleitet. Zudem hatte die israelische Regierung im März die Bereitstellung von Land für ein dauerhaftes Botschaftsgebäude in Jerusalem genehmigt.

Bei einer Veranstaltung in der vergangenen Woche hatte der stellvertretende US-Botschafter in Israel, David Brownstein, weitere Staaten öffentlich dazu aufgerufen, ihre diplomatischen Vertretungen ebenfalls nach Jerusalem zu verlegen. Er betonte dabei die Bedeutung der Stadt für die amerikanische Diplomatie und erklärte, man befinde sich selbst noch im Prozess der vollständigen Verlagerung von Personal und Einrichtungen in die Hauptstadt.

Neben den USA betreiben Guatemala, Honduras, der Kosovo, Papua-Neuguinea und Paraguay Botschaften in der israelischen Hauptstadt. im

Jerusalem/Marmaris

Israel will neue Gaza-Flottille abfangen

An Bord sollen sich auch der Palästinenser Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Avila befinden, die erst vor zweieinhalb Wochen aus Israel ausgewiesen worden waren

 18.05.2026

Jerusalem

Todesstrafengesetz für palästinensische Terroristen tritt in Kraft

Die neue Regelung betrifft Verfahren vor israelischen Militärgerichten gegen Palästinenser, die Israelis bei Terroranschlägen ermorden. Beim Obersten Gericht wurde Beschwerde gegen das Gesetz eingelegt

 18.05.2026

Nahost

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Israel ist laut Netanjahu mit Blick auf die Region »auf jedes Szenario vorbereitet«. Ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Emiraten schürt die Sorge vor einer neuen Eskalation

 17.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

Haaretz berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Wirtschaft

Energiezentrum in Nahost

Die Gasfelder im östlichen Mittelmeer könnten für mehr Stabilität in der Region sorgen – gäbe es keine kriegsbedingten Ausfälle

von Sabine Brandes  17.05.2026

Eurovision Song Contest

Flaggen, Glitzer und Herzchen für Noam

Tausende feiern das ESC-Finale am Strand von Tel Aviv – mit Tanz, Drag Queens, spontanen »Michelle«-Gesängen und Jubel über Israels zweiten Platz

von Sabine Brandes  17.05.2026

Zoo

Eine Elefantin als Ehrenbürgerin

Trauer und Neubeginn: Israels berühmtestes Wildtier ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Ihr ehemaliges Zuhause, der »Ramat Gan Safari Park«, zieht bald nach Tel Aviv

von Sabine Brandes  17.05.2026

Nahost

Stille Wende im Krieg: Emirate und Saudi-Arabien griffen Iran an

Nach Irans Angriffen wiederholten die Golfstaaten das Mantra vom Recht auf Selbstverteidigung. Jetzt wird bekannt, dass zwei von ihnen auch zurückschlugen - und eine wichtige Schwelle überschritten

von Johannes Sadek, Weedah Hamzah  17.05.2026

Gazastreifen

Israel tötet Hamas-Militärchef

Iss al-Did al-Haddad gilt als letzter Drahtzieher der Massaker vom 7. Oktober

 17.05.2026