Tschechien

Prag plant Botschaftsverlegung nach Jerusalem

Petr Macinka, der neue Außenminister Tschechiens Foto: picture alliance / CTK

Die Tschechische Republik will ihre Botschaft in Israel voraussichtlich im kommenden Jahr von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen und damit die Stadt offiziell als Hauptstadt Israels anerkennen. Dies erklärte der erst vor drei Tagen zum Außenminister ernannte Petr Macinka während einer Chanukka-Zeremonie im Zentrum Prags, wie tschechische Medien berichten.

»Ich persönlich freue mich sehr darauf, dabei zu sein, wenn eines der Symbole der Solidarität Realität wird und die Tschechische Republik endlich ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt. Sie hätte dort schon längst sein sollen«, sagte Macinka in seiner Ansprache.

Die Ankündigung erfolgt im Zuge der Regierungsbildung einer neuen Koalition unter Führung der rechtsgerichteten ANO 2011-Partei, deren Vorsitzender Andrej Babiš bereits einmal Ministerpräsident war. Beobachter erwarten, dass Prag seine diplomatischen Beziehungen zu Israel künftig weiter intensivieren wird.

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Macinka nutzte die Gelegenheit auch, um Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft nach dem antisemitischen Terroranschlag von Sydney zu bekunden, bei dem 15 Menschen während einer Chanukka-Feier ermordet wurden. »Wir müssen Israel und jüdische Gemeinden weltweit stärker unterstützen«, betonte er.

Bereits im November 2018 hatte Tschechien ein »Czech House« in Jerusalem eröffnet – ein erster Schritt in Richtung einer Botschaftsverlegung. Mit der angekündigten vollständigen Verlegung würde die Tschechische Republik zu den wenigen Ländern zählen, die Jerusalem als Israels Hauptstadt vollständig anerkennen.

Bisher haben folgende Staaten ihre Botschaften in Israel in dessen Hauptstadt Jerusalem verlegt: Fidschi, Guatemala, Honduras, Kosovo,
Papua-Neuguinea, Paraguay und die Vereinigten Staaten. im

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