In Israel ist erstmals eine Infektion mit dem Hantavirus nachgewiesen worden. Nach einem Bericht der Zeitung »Ma’ariv« soll sich die betroffene Person vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben. Weitere Angaben zur Identität, zum Wohnort oder zum behandelnden Krankenhaus wurden bislang nicht veröffentlicht.
Dem Bericht zufolge suchte der Patient wegen typischer Krankheitssymptome medizinische Hilfe auf. Zunächst habe ein Antikörpertest auf eine frühere oder bestehende Infektion hingewiesen. Anschließend bestätigte ein PCR-Test das Vorhandensein des Virus.
Nach Angaben der Zeitung befindet sich die infizierte Person in stabilem Zustand. Eine intensivmedizinische Behandlung oder strenge Isolation seien derzeit nicht erforderlich. Der Fall sei dem israelischen Gesundheitsministerium gemeldet worden.
Von Mensch zu Mensch
Die nun festgestellte Virusvariante stammt laut dem Bericht aus Europa und unterscheidet sich damit von der sogenannten Andes-Variante aus Südamerika, die derzeit wegen eines Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff »MV Hondius« international Aufmerksamkeit erregt. Die südamerikanische Variante gilt als gefährlicher, da in seltenen Fällen auch Übertragungen von Mensch zu Mensch dokumentiert wurden.
Bei den meisten anderen Hantavirus-Typen erfolgt die Ansteckung dagegen hauptsächlich über Nagetiere. Die Viren werden über Urin, Kot oder Speichel von infizierten Tieren ausgeschieden. Menschen infizieren sich meist, wenn aufgewirbelte Partikel eingeatmet werden – etwa beim Reinigen geschlossener Räume, in denen sich Mäuse oder Ratten aufgehalten haben.
Die Krankheit beginnt häufig mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall. In schweren Fällen kann es zu lebensgefährlichen Lungen- oder Nierenkomplikationen kommen. Eine spezielle antivirale Therapie existiert bislang nicht. Die Behandlung beschränkt sich in der Regel auf medizinische Überwachung und die Linderung der Symptome.
Bestätigt oder vermutet
Der aktuelle Ausbruch auf der »MV Hondius« sorgt unterdessen weiter weltweit für Besorgnis. Auf dem Schiff wurden bislang mehrere bestätigte oder vermutete Fälle registriert. Nach offiziellen Angaben starben bereits ein niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Staatsbürgerin. Weitere Passagiere wurden in Krankenhäuser gebracht.
Das Kreuzfahrtschiff mit rund 147 Menschen an Bord war Anfang April in Ushuaia im Süden Argentiniens gestartet und hatte unter anderem die Antarktis sowie abgelegene Inseln im Südatlantik angesteuert. Nachdem mehrere schwere Atemwegserkrankungen aufgetreten waren, durfte das Schiff zunächst nicht anlegen und lag vor den Kapverden vor Anker.
Die Weltgesundheitsorganisation erklärte, das Risiko für die Allgemeinbevölkerung bleibe gering. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass sich das Virus im normalen Alltagskontakt leicht verbreite. im