Israel

Ärzte warnen: Kriegsstress kann Herzinfarkt auslösen

Foto: picture alliance / Zoonar

Die anhaltende Sicherheitslage und der Dauerstress durch Krieg und Raketenalarm wirken sich nach Einschätzung israelischer Herzspezialisten zunehmend auf die Gesundheit der Bevölkerung aus. Besonders das Risiko für Herzinfarkte und sogenannte Stress-Kardiomyopathien – auch als »Broken-Heart-Syndrom« bekannt – sei deutlich gestiegen.

Die Kardiologen Eli Lev und Zaza Iakobishvili verweisen in einem Beitrag für »Ynet« auf medizinische Daten aus den Monaten nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober und dem Beginn des Gaza-Krieges. In diesem Zeitraum hätten Krankenhäuser in Israel ungewöhnliche Entwicklungen registriert. »In den ersten Monaten des Krieges verzeichneten Krankenhäuser landesweit etwa doppelt so viele Fälle des sogenannten Broken-Heart-Syndroms wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres«, schreiben die Ärzte. Gleichzeitig sei die Zahl der Herzinfarkte um rund 30 Prozent gestiegen.

Akuter Stress sei ein zentraler Auslöser solcher Erkrankungen, erklären die Experten. »Er steht in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herzereignisse, darunter Herzinfarkte und das Broken-Heart-Syndrom.« Bei dieser Erkrankung reagiert der Herzmuskel auf extreme emotionale Belastungen mit Symptomen, die einem Herzinfarkt ähneln.

Patienten zögern mit dem Gang ins Krankenhaus

Neben der steigenden Zahl von Herzproblemen beobachten Ärzte noch ein weiteres Phänomen: Viele Menschen zögern, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerade zu Beginn militärischer Operationen hätten manche Patienten aus Angst vor Raketenangriffen oder aus Sorge um ihre Sicherheit Krankenhäuser gemieden, so die Mediziner in ihrem »Ynet«-Beitrag.

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Diese Verzögerungen können ihnen zufolge schwerwiegende Folgen haben. In früheren Konflikten seien Patienten teilweise erst Tage oder sogar Wochen nach Beginn der Kämpfe ins Krankenhaus gekommen – häufig in bereits deutlich verschlechtertem Zustand. Dadurch sinken die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung erheblich.

Die Mediziner betonen daher, dass Krankenhäuser auch während militärischer Eskalationen arbeitsfähig bleiben. »Das gesamte Gesundheitssystem – und insbesondere die Kardiologie – ist darauf vorbereitet, auch im Krieg kontinuierlich hochwertige und lebensrettende Behandlung zu gewährleisten.«

»Symptome, die auf einen Herzinfarkt hindeuten, erfordern sofortige medizinische Hilfe – schnelles Handeln kann Leben retten«, betonen die Kardiologen. im

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