Tel Aviv

Krieg gegen Iran: Israels Armee bittet Bevölkerung um Geduld

Eine israelische Familie harrt am Sionntag in einem öffentlichen Schutzraum aus. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die israelische Armee bereitet sich nach Angaben aus Militärkreisen auf mehrere Wochen andauernde Kämpfe gegen den Iran vor. Hochrangige Offiziere gehen davon aus, dass die Auseinandersetzung mindestens einen Monat dauern könnte, während die Streitkräfte (IDF) ihre Angriffe auf militärische Ziele und das Regime der Islamischen Republik fortsetzen. Israelische Zeitungen berichteten.

Nach Einschätzung des Generalstabs bietet die derzeitige Lage eine seltene strategische Gelegenheit, die militärischen Fähigkeiten Teherans nachhaltig zu schwächen. Ein ranghoher Offizier erklärte gegenüber »Ynet«, Israel und die Vereinigten Staaten dürften den Druck nun nicht verringern. »Es ist unmöglich, diese Gelegenheit zu verpassen. Wir dürfen den Fuß nicht vom Gas nehmen, bis dieses Regime zusammenbricht – weder wir noch die Vereinigten Staaten. Eine solche Chance bekommen wir nicht noch einmal.«

Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise arbeiten Jerusalem und Washington bei der laufenden Operation sehr eng zusammen. Beide Seiten hätten ihre Einsatzbereiche, Ziele und Aufgaben untereinander aufgeteilt. Die Koordination funktioniere »ausgezeichnet«, hieß es laut »Ynet« aus dem Umfeld des Generalstabs.

Schwerpunkt auf Raketenarsenal

In der ersten Phase der Offensive seien die meisten Angriffe von israelischen Streitkräften durchgeführt worden. Für die kommenden Wochen wird jedoch ein stärkeres Engagement der USA erwartet. Ein Militärvertreter sagte, die amerikanischen Streitkräfte verfügten über enorme militärische Kapazitäten, die in den kommenden Angriffen deutlich sichtbar werden dürften.

Ein zentrales Ziel der Operation ist nach Militärangaben die Zerstörung der iranischen ballistischen Raketeninfrastruktur. Nach israelischen Schätzungen verfügte der Iran zu Beginn der Kämpfe über etwa 460 Abschussrampen. Durch die bisherigen Angriffe sei diese Zahl auf rund 150 reduziert worden.

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Dennoch bleibe die Bedrohung erheblich. Die iranische Führung versuche weiterhin, beschädigte Systeme zu reparieren und die Startfähigkeit wiederherzustellen, indem blockierte Tunnel freigeräumt und beschädigte Anlagen instand gesetzt würden.

Kommandozentralen getroffen

Die vergleichsweise begrenzte Zahl iranischer Raketenangriffe führt das israelische Militär vor allem auf die Wirkung der eigenen Luftschläge zurück. Nach Angaben von Luftwaffenvertretern seien zahlreiche Kommandozentralen, Abschussanlagen und Tunnel getroffen worden, wodurch ganze Raketenverbände derzeit nicht mehr einsatzfähig seien.

Generalstabschef Eyal Zamir warnte die israelische Bevölkerung zugleich vor einem längeren Konflikt. »Israel befindet sich seit zwei Jahren in einem anhaltenden Ausnahmezustand«, sagte er bei einer Lagebesprechung. »Was wir jetzt vor allem brauchen, ist Durchhaltevermögen und Geduld. Es wird noch Zeit brauchen – so lange, wie es eben dauert. Das ist der Krieg unserer Generation, und er wird unsere Zukunft und unsere Sicherheit für viele Jahre bestimmen.«

Sicherheitskreise gehen allerdings davon aus, dass militärische Mittel allein nicht ausreichen werden, um einen politischen Umbruch im Iran herbeizuführen. Entscheidend könnte letztlich auch die Haltung der iranischen Bevölkerung sein.

Gleichzeitig warnen israelische Vertreter davor, die Offensive zu früh zu beenden. Sollte der militärische Druck nachlassen, könnte der Iran sein Raketenarsenal rasch wieder aufbauen. Unterstützung aus Ländern wie China oder Nordkorea könnte diesen Prozess beschleunigen, hieß es aus israelischen Sicherheitskreisen. im

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