Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

Stephan-Andreas Casdorff Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur des Berliner »Tagesspiegel«, Stephan-Andreas Casdorff, wird bis auf Weiteres nicht mehr für das Medium publizistisch aktiv werden. Diese Entscheidung sei in der Chefredaktion getroffen worden, nachdem bekanntgeworden sei, dass Casdorff Meinungstexte durch eine Künstliche Intelligenz verfassen lassen haben soll, hieß es in einer Mitteilung des »Tagesspiegel«. 

Casdorff selbst sagte laut der Mitteilung, dass er einen Riesenfehler gemacht und dem Haus geschadet habe. »Dafür bitte ich von ganzem Herzen um Entschuldigung. Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen.«

Der »Tagesspiegel« schrieb, dass KI für die Redaktion ein Werkzeug sei, das helfe, einzelne redaktionelle Arbeitsschritte zu vereinfachen und auch zu verbessern. »Sie ist aber definitiv kein Mittel, das den Kern unserer Arbeit übernehmen darf«, so die Zeitung. Dies sei eindeutig ein Verstoß gegen die redaktionellen Richtlinien, die intern klar kommuniziert und für alle verbindlich seien.

»Deshalb lässt der Fall keinen anderen Schritt zu, als die publizistischen Aktivitäten von Stephan-Andreas Casdorff bei uns bis auf Weiteres zu beenden«, hieß es weiter. Man habe sich entschieden, die entsprechenden Texte bis zum Abschluss der genauen Prüfung vorerst offline zu nehmen.

Kommentare von Casdorff sind auch in der Jüdischen Allgemeinen erschienen. Derzeit prüft die Redaktion, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden. dpa/ja

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Musik

Mike D in Berlin: Ein Beastie Boy meldet sich zurück

Das Berliner Säälchen am Holzmarkt wird zur Kulisse des einzigen Deutschland-Konzerts des »Beastie Boys« Mike D. Hunderte Fans sind begeisterte Zeugen des überraschenden Comebacks ihres Idols

 12.06.2026

Weltmeisterschaft

Die Kraft des Gemeinsamen

Vom Hoffen, Mitfiebern und Leiden: Eine Liebeserklärung an die Macht und die Möglichkeiten des Fußballs

von Awi Blumenfeld  11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Hass auf der Bühne

»Hofnarr der Hamas«: Kritik an Auftritt von Bassem Youssef in Berlin

Der amerikanisch-ägyptische Comedian relativiert die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober und verbreitet Verschwörungsmythen über Israel. Nun werden Forderungen nach einer Absage seiner Vorstellung im Tempodrom laut

von Imanuel Marcus  11.06.2026 Aktualisiert

Festival in Köln

»Shalom-Musik.Koeln« 2026 bringt jüdische Musik in die ganze Stadt

Avi Avital, Sharon Brauner, Omer Klein und Bar Zemach sind nur vier der vielen Künstler, deren Performances auf dem Programm stehen

 11.06.2026

Hollywood

Hasswelle gegen Gwyneth Paltrow wegen Israel-Werbung

Die Datstellerin mit jüdischem Familienhintergrund ist das Werbegesicht für das israelische Luxusbauprojekt 51 Park in Herzliya. Die Quittung: Sie wird online als »genocide queen« beschimpft

 11.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026