Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

»Ich habe einen Riesenfehler gemacht«: Stephan-Andreas Casdorff Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur des Berliner »Tagesspiegel«, Stephan-Andreas Casdorff, wird bis auf Weiteres nicht mehr für das Medium publizistisch aktiv werden. Diese Entscheidung sei in der Chefredaktion getroffen worden, nachdem bekanntgeworden sei, dass Casdorff Meinungstexte durch eine Künstliche Intelligenz verfassen lassen haben soll, hieß es in einer Mitteilung des »Tagesspiegel«. 

Casdorff selbst sagte laut der Mitteilung, dass er einen Riesenfehler gemacht und dem Haus geschadet habe. »Dafür bitte ich von ganzem Herzen um Entschuldigung. Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen.«

Der »Tagesspiegel« schrieb, dass KI für die Redaktion ein Werkzeug sei, das helfe, einzelne redaktionelle Arbeitsschritte zu vereinfachen und auch zu verbessern. »Sie ist aber definitiv kein Mittel, das den Kern unserer Arbeit übernehmen darf«, so die Zeitung. Dies sei eindeutig ein Verstoß gegen die redaktionellen Richtlinien, die intern klar kommuniziert und für alle verbindlich seien.

Lesen Sie auch

»Deshalb lässt der Fall keinen anderen Schritt zu, als die publizistischen Aktivitäten von Stephan-Andreas Casdorff bei uns bis auf Weiteres zu beenden«, hieß es weiter. Man habe sich entschieden, die entsprechenden Texte bis zum Abschluss der genauen Prüfung vorerst offline zu nehmen.

Kommentare von Casdorff sind auch in der Jüdischen Allgemeinen erschienen. Derzeit prüft die Redaktion, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden. dpa/ja

London

Boy George veröffentlicht israelsolidarischen Song »We Will Dance Again«

Der britische Sänger stellt in seinem neuen Reggae-Lied klar: »Ich stehe auf der Seite der Juden.«

von Imanuel Marcus  28.07.2026

New York

Carly Simon hat Parkinson

Die Sängerin und Songschreiberin mit jüdischem Familienhintergrund kämpft mit zwei gesundheitlichen Problemen. Trotzdem hat es sie es geschafft, ein neues Album aufzunehmen

 28.07.2026

Filmkritik

»Blutspur Antwerpen« – Ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus

Keine einzige Rezension hat den Krimi bislang als das gewertet, was er ist: Ein rassistisches Machwerk in Gestalt einer »antisemitischen Parabel«

von Achim Bühl  27.07.2026

Musik

Und sie erinnern sich doch

Die Bayreuther Festspiele begehen ihr 150. Jubiläum mit Nachdenklichkeit

von Maria Ossowski  27.07.2026

Bayreuther Festspiele

Michel Friedman in Bayreuth: Neue Ära der Aufarbeitung beginnt

Um offen mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit umzugehen, haben die Bayreuther Festspiele Michel Friedman als Redner eingeladen. Der Publizist rief eine neue Ära des Erinnerns aus

 26.07.2026

»Imanuels Interpreten« (23)

Harry Connick Jr.: Das Wunderkind

Mit drei Jahren spielt er Klavier, mit fünf tritt er öffentlich auf, mit neun interpretiert er Beethoven als Solist mit Orchester

von Imanuel Marcus  26.07.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Schon 200? Happy Birthday, Fotografie!

von Katrin Richter  26.07.2026

Los Angeles

Kate Hudson bekommt »Walk of Fame«-Stern

Die jüdische Schauspielerin ist einer von 33 Stars, die eine Ehrung auf dem Hollywood Boulevard erhalten sollen

 24.07.2026

London

Gal Gadot spielt Hauptrolle in rasantem Thriller »The Runner«

Gadot spielt die erfolgreiche Wirtschaftsanwältin Maia Marten, deren Leben aus den Fugen gerät, als ihr Sohn entführt wird

 23.07.2026