Tel Aviv

Mit Einschränkungen: Israel nimmt reguläre Flüge wieder auf

Eine Boeing 737 der EL AL startet am Donnerstag vom Ben-Gurion-Flughafen, um gestrandete Passagiere abzuholen. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Gut eine Woche nach Beginn des Krieges gegen das iranische Regime beginnt Israel schrittweise damit, den internationalen Flugverkehr wieder aufzunehmen. Ab Sonntagmorgen sollen erstmals wieder reguläre Flüge vom Ben Gurion Airport aus möglich sein, während gleichzeitig weiterhin Rückholflüge für im Ausland gestrandete Israelis organisiert werden.

Nach Angaben der Behörden dürfen zunächst maximal zwei Maschinen pro Stunde starten. Jede dieser Maschinen darf höchstens 70 Passagiere an Bord haben. Die strengen Beschränkungen sollen verhindern, dass sich größere Menschenmengen am Flughafen aufhalten, während weiterhin Raketenangriffe aus dem Iran und dem Libanon drohen.

Mehrere israelische Fluggesellschaften planen, ihre Flugpläne schrittweise wieder zu starten. Neben EL AL gehören dazu Arkia, Israir sowie Air Haifa. Arkia kündigte unter anderem eine Wiederaufnahme der Verbindungen nach Athen, Barcelona, Budapest, Larnaca, Paris, Prag, Rom, Sofia und Tiflis an.

Folgen der Luftraumsperre

Etwa 15 Prozent der Sitzplätze auf den Abflügen sollen für humanitäre oder diplomatische Fälle sowie für Touristen reserviert werden. Israelis, die das Land mit diesen Flügen verlassen wollen, müssen zudem eine Erklärung unterschreiben, dass sie mindestens 30 Tage lang nicht zurückkehren. So soll sichergestellt werden, dass das Passagiervolumen während des Krieges nicht zu sehr anschwillt.

Der eingeschränkte Flugbetrieb soll helfen, die Folgen der Luftraumsperre zu bewältigen, die Ende Februar nach Beginn der Militärschläge gegen den Iran verhängt worden war. Schätzungsweise 120.000 Israelis saßen zeitweise im Ausland fest. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der Behörden bereits mehr als 20.000 von ihnen zurückgekehrt – viele auf dem Land- oder Seeweg. Weitere Tausende wurden mit Sonderflügen zurückgebracht.

Parallel bemühen sich die Behörden auch darum, ausländischen Touristen die Ausreise zu ermöglichen. Ursprünglich waren rund 37.000 Besucher im Land gestrandet, nachdem der internationale Flugverkehr abrupt gestoppt worden war.

Lesen Sie auch

EL AL organisiert Rückholaktionen

Die Fluggesellschaft EL AL erklärte, sie arbeite derzeit im Notbetrieb und folge den Anweisungen der Sicherheitsbehörden. Alle regulären Flüge der Airline und ihrer Tochter Sundor bis einschließlich 8. März seien gestrichen worden. Wie viele Flüge am Montag starten könnten, sei derzeit noch unklar.

Passagiere würden direkt von der Fluggesellschaft kontaktiert und automatisch auf sogenannte Rückholflüge gesetzt. Die Airline erklärte: »Wir kontaktieren Kunden direkt und weisen ihnen proaktiv Flüge zu.« Details zu Flugnummer und Abflugzeit würden per E-Mail oder WhatsApp übermittelt.

Die Rückholflüge sollen zunächst von wichtigen internationalen Drehkreuzen starten, darunter New York, Miami, Los Angeles, Bangkok sowie mehrere europäische Städte.

Zwischenfall bei Landung

Wie angespannt die Lage für die zivile Luftfahrt bleibt, zeigte ein Vorfall am Freitag. Ein Rückholflug aus Los Angeles musste den Landeanflug auf den Ben-Gurion-Flughafen abbrechen und mehrere Minuten über dem Mittelmeer kreisen, nachdem Raketenstarts aus dem Iran gemeldet worden waren.

Ähnliches war zwei Tage zuvor mit einem anderen Rückholflug passiert. Eine Maschine aus Kalifornien erhielt erst rund 20 Minuten später die Freigabe für den Anflug und setzte schließlich mit deutlicher Verspätung sicher am Ben Gurion Airport auf. im

Naher Osten

Medienbericht: Israel soll geheimen Stützpunkt im Irak gebaut haben

Von dem Außenposten in einem irakischen Wüstengebiet soll Israel seine Angriffe auf den Iran koordiniert haben, berichtet das »Wall Street Journal«

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026

Jerusalem/Washington D.C./Ankara

Israel und USA wollen neue Gaza-Flottille stoppen, bitten Türkei um Hilfe

Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen

 08.05.2026