Seit sechs Wochen kommt es im Zentrum Jerusalems wegen eines Cafés zu Zusammenstößen zwischen Ultraorthodoxen und der Polizei. Zuletzt haben die Behörden Absperrungen errichtet, um das Geschäft zu schützen, dass auch am Schabbat geöffnet hat, berichtet »Times of Israel«. An diesem Samstag versammelten sich zudem rund hundert säkulare Aktivisten zu einem Gegenprotest, darunter auch Yair Golan, Parteichef der Demokraten, und Mitglieder seiner Partei.
Charedische Demonstranten hätten »Schabbes« skandiert und Eier in Richtung des Cafés geworfen, während säkulare Gegendemonstranten »Der Schabbat gehört uns allen« riefen. Ultraorthodoxe, die ins Café gelangten, wurden mehrfach mit Wasserbeuteln beworfen. Gegendemonstranten versuchten, eine Menschenkette zu bilden, heißt es.
Die Auseinandersetzung um das Café Basimta hatte Anfang Juli begonnen, als sich Dutzende ultraorthodoxe Männer plötzlich davor versammelten, gegen die Fenster schlugen und Tische umwarfen. Immer wieder ist es in den vergangenen Wochen zu chaotischen, gewalttätigen Szenen gekommen, wenn charedische Männer versuchten, das Basimta zu stürmen, das ein offizielles Projekt von der christlichen Missionierungsorganisation Jews for Jesus ist.
Das kürzlich eröffnete Café ist zu einem weiteren Kristallisationspunkt der Spannungen zwischen Charedim und Säkularen in Jerusalem geworden, wo nur wenige Cafés am Schabbat geöffnet sind. Sie finden vor dem Hintergrund heftiger Auseinandersetzungen zwischen der ultraorthodoxen Gemeinschaft und der säkularen Öffentlichkeit wegen der Weigerung eines Großteils der Charedim, am für alle Israelis verpflichtenden Militärdienst teilzunehmen, statt. In den vergangenen Monaten gab es wiederholt gewalttätige Proteste gegen die Einberufung und Verhaftung ultraorthodoxer Wehrpflichtverweigerer. ja