Jared Kushner und Ivanka Trump stehen nicht zum ersten Mal auf der alljährlich im September erscheinenden »Jerusalem Post«-Liste der einflussreichsten Juden in der Welt. Die englischsprachige israelische Zeitung gab die Namen für 2026 nun bekannt. 2017, zu Beginn von Donald Trumps erster Amtszeit im Weißen Haus, wurde dem Promi-Paar erstmals diese Ehre zuteil.
Kushner führt das Influencer-Ranking sogar schon zum dritten Mal an. Auch im September 2020 wurde er von der »Jerusalem Post« ganz oben platziert und - gemeinsam mit anderen - als »Friedensstifter« gewürdigt für seine Rolle bei der Aushandlung der Abraham-Abkommen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten.
Jetzt ist der 45-jährige Unternehmer und Milliardär erneut für seinen Schwiegervater als Sondergesandter in der Welt unterwegs. Zuletzt war Kushner gemeinsam mit Steve Witkoff - auch er ist jüdisch, aber nicht auf der diesjährigen Rangliste - in Moskau und Kyjiw, um für Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu werben.
Israelische Politiker auf den vorderen Plätzen
Auch Ivanka Trump ist kein Neuling auf der Top 50-Liste, die kurioserweise die Namen von 109 jüdischen Prominenten enthält, weil einige Plätze mehrfach besetzt sind. Benjamin Netanjahu dürfte hingegen nicht zufrieden sein: Der wahlkämpfende israelische Ministerpräsident büßte seinen Spitzenplatz von 2025 ein und liegt in diesem Jahr nur noch auf Platz zwei des Rankings.
Dicht auf den Fersen Netanjahus, und das nicht nur in den Umfragen, ist sein Hauptgegner bei den Wahlen Ende Oktober, Gadi Eisenkot. Er steht erstmals seit Jahren auf der Liste und nimmt den dritten Platz ein. Auf Platz vier folgt dann ein weiterer Oppositionspolitiker aus dem rechten Lager, Naftali Bennett. Er verbesserte sich im Vergleich zu 2025 um sagenhafte 28 Plätze. Noch besser diesbezüglich ist nur Ronald Lauder, der von Platz 44 auf den fünften Rang stieg.
Der 82-jährige Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), der kürzlich seinen Rückzug nach 20 Jahren an der Spitze des Dachverbandes in Aussicht stellte, ist seit Langem Unterstützer der Jahreskonferenz der »Jerusalem Post«. Auf Lauder folgt auf Platz sechs Miriam Adelson, die Witwe des amerikanischen Moguls Sheldon Adelson, die die Medienlandschaft in Israel weiterhin finanziell unterstützt.
Donald Trumps Handelsminister Howard Lutnick verschlechterte sich in diesem Jahr um zwei Plätze und liegt nur noch auf Rang acht, während Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Open-AI-CEO Sam Altman und die neue Chefredakteurin des US-Senders »CBS News«, Bari Weiss, sich deutlich verbesserten und es ebenfalls in die Top Ten schafften.
Mehr Frauen in den Top-20
Standen im letzten Jahr auf den ersten Plätzen nur Männer, sieht die Bilanz für das andere Geschlecht nun deutlich besser aus: Fünf Frauen haben es unter die besten 20 gebracht. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum steht auf Rang 25 – vor einem Jahr war sie zwar schon längst im Amt, aber offenbar für die Redaktion der »Jerusalem Post« nicht würdig. Deutsche Namen finden sich wie schon im Vorjahr nicht im Ranking der einflussreichsten Juden weltweit.
Israels Fußball-Nationaltorwart Daniel Peretz, seit Kurzem beim englischen Zweitligisten FC Southampton unter Vertrag, zuvor aber beim Hamburger SV und beim FC Bayern München aktiv, konnte sich nicht verbessern. Peretz wird aber weiterhin zu den 50 einflussreichsten Juden gerechnet.
Auf welchen Kriterien die Einstufungen der Zeitung beruhen, ist weiter unklar. So kam der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj 2025 gar nicht zum Zuge, während er 2022, kurz nach Beginn der russischen Vollinvasion, von der »Jerusalem Post« als wichtigster Jude weltweit geführt wurde. Jetzt schaffte Selenskyj ein Comeback: Er steht 2026 auf Platz 21.