Es sei ein Ausdruck von »bedingungsloser Liebe und die Essenz des Zionismus« – die Aliya nach Israel. Das meint Doron Almog, Vorsitzender der Jewish Agency. »Selbst in einem komplexen und herausfordernden Jahr haben sich Tausende von Juden aus allen Teilen der Welt entschieden, Israel zu ihrer Heimat zu machen.« Genau gesagt kamen im vergangenen Jahr 5786 rund 20.000 Menschen aus 100 Ländern der Welt.
Darunter waren ein erst zwei Wochen alter Säugling, der mit seiner Familie aus Mexiko einwanderte, und zwei 102-jährige – einer aus Russland und einer aus Frankreich. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) aller Einwandererinnen und Einwanderer sind junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren, rund 24 Prozent Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.
Olim sind wichtiger Wachstumsmotor
Die Daten spiegeln einen wichtigen Wachstumsmotor für die israelische Gesellschaft und Wirtschaft wider, denn im Laufe des Jahres integrierten sich 414 eingewanderte Ärzte in das israelische Gesundheitssystem, ebenso wie zahlreiche Fachkräfte aus stark nachgefragten Bereichen.
Aus Russland kamen 5.685 Einwanderer, aus Frankreich: 4.364, den USA: 3.333 und aus Großbritannien 975 an.
797 ukrainische Olim Chadaschim reisten ein, 491 aus Weißrussland und 440 aus Kanada. Australien ist mit 247 neuen Bewohnern vertreten, Argentinien mit 243. Es folgen Südafrika und Deutschland mit jeweils 210 Olim sowie Brasilien mit 200.
Neben den tatsächlichen Ankunftszahlen verzeichnete das Global Aliyah Center in Jerusalem ein beispielloses Interesse: Es wurden über 28.000 Alija-Anträge eingeleitet – insbesondere aus westlichen Ländern. Dieser Anstieg wird auf die Auswirkungen des Krieges, weltpolitische Entwicklungen und den zunehmenden Antisemitismus zurückgeführt. In Australien beispielsweise stieg die Zahl um 90 Prozent an, in Großbritannien um 68 Prozent.
Doron Almog: »Selbst in einem komplexen und herausfordernden Jahr haben sich Tausende von Juden aus allen Teilen der Welt entschieden, Israel zu ihrer Heimat zu machen.«
Tel Aviv führt wie bereits in den vergangenen Jahren die Liste der Städte an, die neue Einwanderer aufgenommen haben. Es folgte Netanja an der nördlichen Küste, wo sich besonders gern französische Immigranten niederlassen. Jerusalem folgte auf Platz 3.
Geografisch gesehen entschieden sich 31 Prozent der Einwanderer für eine Ansiedlung in Randregionen: Ein Fünftel ließ sich nördlich von Hadera nieder und etwa 11 Prozent südlich von Aschdod, begünstigt unter anderem durch gezielte Programme.
»Für mehr als 20.000 neue Einwanderer ist dies das erste Rosch Haschana zu Hause – im Staat Israel«, freute sich der Minister für Alija und Integration, Ofir Sofer. Es werde erwartet, dass sich der Trend der Einwanderung aus westlichen Ländern fortsetzt und verstärkt.
»Und die Tatsache, dass es sich bei mehr als einem Drittel der Einwanderer um junge Menschen handelt, zeugt vom Vertrauen in das Land«, so der Minister. »Jeder ankommende Einwanderer stärkt unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unsere nationale Widerstandsfähigkeit.«