Nachteulen
In der Metropole Tel Aviv gibt es seit diesem Sommer ein besonderes Angebot für Jugendliche: Unter dem Motto »Nacht-Crash« (auf Hebräisch »Crash Laili«) stellt die Stadtverwaltung zahlreiche betreute Nachtbereiche bereit, die auf riesigen Plakaten bekannt gemacht werden. Um den Jugendlichen auch in den späten Stunden ein sicheres Umfeld zu bieten, setzt die Stadt auf die Unterstützung von engagierten Eltern. Über die Initiative »Nachteulen« können sich Mütter und Väter aktiv in der städtischen Elternpatrouille einbringen und sich in den Gegenden aufhalten. Auf diese Weise verbindet das Projekt freie Freizeitangebote für junge Leute mit einem Sicherheitsnetz.
Gedenken
Die Nationalbibliothek Israels (NLI) in Jerusalem zeigt die Sonderausstellung 7.10 – Bound in Memory. Zu sehen sind Bücher, Broschüren und andere Publikationen, die zum Gedenken an die am 7. Oktober Ermordeten und die im Krieg Gefallenen entstanden sind. Viele der Erinnerungsbücher wurden privat veröffentlicht und sind daher bisher nicht im Bibliotheksbestand. Die NLI ruft Familien und Freunde nun dazu auf, solche Publikationen einzureichen, damit sie in der Ausstellung gezeigt und dauerhaft verwahrt werden können.
Tierschutz
Weitere Kommunen haben verkündet, dass sie die Verwendung lebender Hühner für die traditionelle Kapparot-Zeremonie vor Jom Kippur verbieten. Dem vorausgegangen ist ein Appell der Tierschutzorganisation »Let the Animals Live«. Die Zeremonie, ein Huhn über dem Kopf hin- und herzuschwenken, damit die »Sünden« auf das Tier übergehen, und es dann zu schlachten, ist auch in religiösen Kreisen umstritten. Auch Tel Mond, Yeruham, Mevaseret Zion und Yavne schlossen sich der Initiative an, während Kiryat Bialik und Rischon LeZion ihre Zusage erneuerten. Nach Angaben der Organisation untersagen viele andere Kommunen wie Tel Aviv und Beer Sheva die Praxis bereits seit mehreren Jahren.
Übersetzung
Hamza Abu Howidys Buch Muscheln am Strand von Gaza wird ins Hebräische übersetzt. Die Rechte dafür hat der renommierte israelische Schocken Verlag erworben. In seinem autobiografischen Buch erzählt der 1997 in Gaza geborene Autor von seiner Kindheit, dem Leben unter der Herrschaft der Hamas, seinem Protest gegen das Regime, Haft und Folter sowie von seiner Flucht nach Deutschland. Howidy gilt mittlerweile als einer der bekanntesten palästinensischen Friedensaktivisten. Die deutsche Ausgabe erschien im April bei S. Fischer.
Überlebender
Yehuda Widawski, einer der ältesten Schoa-Überlebenden in Israel, ist im Alter von 107 Jahren gestorben. Er wurde 1919 in Polen geboren, überlebte das Ghetto Lodz und das Konzentrationslager Auschwitz. Seine Eltern und drei Geschwister wurden von den Nazis ermordet. Er machte Alija, kehrte aber 1978 nach Polen zurück, um nach dem Grab seiner Großmutter zu suchen. Daraus wurde eine lebenslange Mission: Über Jahrzehnte spürte er jüdische Gräber und Friedhöfe auf und ließ sie restaurieren. Präsident Isaac Herzog sagte, er sei »ein großartiges Zeugnis für den Sieg des Lebens, der Erinnerung und Erneuerung«.