Nachrichten

Nachteulen, Gedenken, Tierschutz

Sichere Nächte für Jugendliche in Tel Aviv Foto: Sabine Brandes

Nachrichten

Nachteulen, Gedenken, Tierschutz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  17.09.2026 13:25 Uhr

Nachteulen
In der Metropole Tel Aviv gibt es seit diesem Sommer ein besonderes Angebot für Jugendliche: Unter dem Motto »Nacht-Crash« (auf Hebräisch »Crash Laili«) stellt die Stadtverwaltung zahlreiche betreute Nachtbereiche bereit, die auf riesigen Plakaten bekannt gemacht werden. Um den Jugendlichen auch in den späten Stunden ein sicheres Umfeld zu bieten, setzt die Stadt auf die Unterstützung von engagierten Eltern. Über die Initiative »Nachteulen« können sich Mütter und Väter aktiv in der städtischen Elternpatrouille einbringen und sich in den Gegenden aufhalten. Auf diese Weise verbindet das Projekt freie Freizeitangebote für junge Leute mit einem Sicherheitsnetz.

Gedenken
Die Nationalbibliothek Israels (NLI) in Jerusalem zeigt die Sonderausstellung 7.10 – Bound in Memory. Zu sehen sind Bücher, Broschüren und andere Publikationen, die zum Gedenken an die am 7. Oktober Ermordeten und die im Krieg Gefallenen entstanden sind. Viele der Erinnerungsbücher wurden privat veröffentlicht und sind daher bisher nicht im Bibliotheksbestand. Die NLI ruft Familien und Freunde nun dazu auf, solche Publikationen einzureichen, damit sie in der Ausstellung gezeigt und dauerhaft verwahrt werden können.

Tierschutz
Weitere Kommunen haben verkündet, dass sie die Verwendung lebender Hühner für die traditionelle Kapparot-Zeremonie vor Jom Kippur verbieten. Dem vorausgegangen ist ein Appell der Tierschutzorganisation »Let the Animals Live«. Die Zeremonie, ein Huhn über dem Kopf hin- und herzuschwenken, damit die »Sünden« auf das Tier übergehen, und es dann zu schlachten, ist auch in religiösen Kreisen umstritten. Auch Tel Mond, Yeruham, Mevaseret Zion und Yavne schlossen sich der Initiative an, während Kiryat Bialik und Rischon LeZion ihre Zusage erneuerten. Nach Angaben der Organisation untersagen viele andere Kommunen wie Tel Aviv und Beer Sheva die Praxis bereits seit mehreren Jahren.

Übersetzung
Hamza Abu Howidys Buch Muscheln am Strand von Gaza wird ins Hebräische übersetzt. Die Rechte dafür hat der renommierte israelische Schocken Verlag erworben. In seinem autobiografischen Buch erzählt der 1997 in Gaza geborene Autor von seiner Kindheit, dem Leben unter der Herrschaft der Hamas, seinem Protest gegen das Regime, Haft und Folter sowie von seiner Flucht nach Deutschland. Howidy gilt mittlerweile als einer der bekanntesten palästinensischen Friedensaktivisten. Die deutsche Ausgabe erschien im April bei S. Fischer.

Überlebender
Yehuda Widawski, einer der ältesten Schoa-Überlebenden in Israel, ist im Alter von 107 Jahren gestorben. Er wurde 1919 in Polen geboren, überlebte das Ghetto Lodz und das Konzentrationslager Auschwitz. Seine Eltern und drei Geschwister wurden von den Nazis ermordet. Er machte Alija, kehrte aber 1978 nach Polen zurück, um nach dem Grab seiner Großmutter zu suchen. Daraus wurde eine lebenslange Mission: Über Jahrzehnte spürte er jüdische Gräber und Friedhöfe auf und ließ sie restaurieren. Präsident Isaac Herzog sagte, er sei »ein großartiges Zeugnis für den Sieg des Lebens, der Erinnerung und Erneuerung«.

Eklat

Kampfpilot weist Vorwürfe von »Naza« zurück

Ein ehemaliger Kommandeur einer Luftwaffenbasis widerspricht der Darstellung, die Armee nehme den Tod von Zivilisten bewusst in Kauf. Zugleich verteidigt er die kritische Auseinandersetzung mit dem Militär

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Schwitziges Date

Beim alljährlichen »Singles Run« laufen Tausende der großen Liebe hinterher

von Sabine Brandes  17.09.2026

Jerusalem

Netanjahu strebt Gesetzesänderung an

Der Ministerpräsident reagiert damit auf die Diskussion um den Dokumentarfilm »Naza«. Über dessen Macher Yuval Abraham und Rachel Szor sagt der Regierungschef: »Ihr Platz ist nicht hier.«

 17.09.2026

New York/Tel Aviv/Rabat

Israel und Marokko wollen Beziehungen weiter aufwerten

Im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen begann Marokko 2020, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Nun einigen sich die Außenminister beider Länder auf die Umsetzung konkreter Schritte

 17.09.2026

Umfrage

Netanjahus Lager liegt knapp vorn

Mit wie vielen Sitzen könnten der Likud und die ihn unterstützenden Parteien rechnen, wenn die Wahl heute stattfände?

 17.09.2026

Berlin

Berliner Linke nennen Hamas-Massaker »Widerstand«

In einer Sitzung wurde die Forderung nach einer »vollen politischen und materiellen Unterstützung des palästinensischen Widerstands in all seinen Formen« erhoben. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs

 17.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Diplomatie

Vance: US-Nahostpolitik darf nicht Israel untergeordnet sein

Der US-Vizepräsident betont strategische Partnerschaft mit Israel, pocht aber auf eine Außenpolitik, die sich an den Interessen der USA orientiert

von Sabine Brandes  16.09.2026

Tel Aviv

Israelischer Diplomat glaubt an neuen Beitritt zu Abraham-Abkommen

Israels Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärt, dass in den nächsten vier bis sechs Monaten ein weiteres Land seine Beziehungen zu Israel normalisieren könnte

 16.09.2026