Bei einem Anschlag mit einem Auto im Westjordanland ist der Sohn des israelischen US-Botschafters schwer verletzt worden. Botschafter Jechiel Leiter teilte auf der Plattform X mit, sein Sohn Neria, ein Reservesoldat, benötige »ein Wunder«, um zu überleben.
Die israelische Armee erklärte, der mutmaßlich palästinensische Attentäter sei getötet worden. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge an einer Militärsperre im Grenzgebiet zu Israel. Neria Leiter hatte Berichten zufolge Dienst an dem Kontrollpunkt.
Zuvor hatte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitgeteilt, ein etwa 30 Jahre alter Mann habe schwere Verletzungen erlitten und sei bewusstlos. Die israelische Polizei erklärte, ein Terrorist habe sein Fahrzeug in Richtung eines Polizeiautos gesteuert. Ein Soldat, der mit den Polizisten zusammengearbeitet habe, sei verletzt worden. Sicherheitskräfte hätten den Angreifer daraufhin getötet.
Neria Leiters älterer Bruder war Medienberichten zufolge im November 2023 gemeinsam mit drei weiteren Reservisten im Norden des Gazastreifens getötet worden.
Die palästinensische Terrororganisation Hamas lobte den Anschlag als »heroische Operation«. Es handele sich um eine »natürliche Reaktion« auf Angriffe radikaler israelischer Siedler. Die Organisation rief zu verschärftem »Widerstand in all seinen Formen und mit allen Mitteln« gegen die Besatzung und Siedler im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems und im Westjordanland auf.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft. Seither kam es zu weit über 800 palästinensischen Terroranschlägen, bei denen viele Israelis im Westjordanland ermordet wurden. Zugleich übten radikale israelische Siedler illegale Selbstjustiz, auch indem sie in palästinensischen Dörfern Fahrzeuge in Brand setzten und anderweitig Schäden anrichteten.
Während sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf dem Weg zur UNO-Vollversammlung in New York befindet, fliegt Botschafter Leiter Berichten zufolge nach Israel, um seinem Sohn beizustehen. dpa/ja