Das ugandische Parlament hat die Entsendung von Soldaten in den Gazastreifen als Teil der Internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) gebilligt. In einer Sitzung am Donnerstag stimmten die Abgeordneten einem Antrag der Regierung zu, wonach ein Kontingent der Uganda People’s Defence Force (UPDF) entsendet werden soll.
Die Internationale Stabilisierungstruppe soll künftig für Sicherheit im Gazastreifen sorgen und ist Teil der Bemühungen unter Federführung von US-Präsident Donald Trump, den Gaza-Krieg beizulegen. Bislang haben auch Marokko, Indonesien und Albanien bereiterklärt, sich zu beteiligen. Trump habe Uganda im Juli um Beteiligung gebeten, berichtete der staatliche Sender UBC.
Wann der Einsatz der Truppe beginnen soll, ist derzeit noch offen. Das israelische Sicherheitskabinett erteilte Ende Juli eine Genehmigung, damit ein Teil der ISF sowie auch Vertreter der palästinensischen Übergangsverwaltung demnächst in einem begrenzten Bereich in Rafah im Süden des Gazastreifens ihre Arbeit aufnehmen können. Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eine Waffenruhe, es kommt aber immer wieder zu tödlichen Angriffen.
Die britische Zeitung »Guardian« berichtete am Donnerstag, dass bereits eine US-Firma mit dem Bau einer Basis für ein marokkanisches Kontingent der Einsatztruppe beauftragt wurde. Nach Medienberichten wird an eine Stärke von rund 20.000 Mann gedacht. Der Friedensrat unter Trump soll auch den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Gebiets leiten.
Kritik aus Ugandas Opposition
Bei der Opposition Ugandas traf die Entscheidung auf Kritik. Der verteidigungspolitische Sprecher der Opposition, Joseph Ssewungu, bemängelte, dass dem Parlament nicht ausreichend Zeit zur Verfügung gestanden hätte, um die Einzelheiten des Einsatzes zu prüfen.
Uganda zählt zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen in Afrika. Der bedeutendste Auslandseinsatz des ostafrikanischen Landes findet derzeit in Somalia statt, wo ugandische Soldaten im Rahmen einer Mission der Afrikanischen Union gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz vorgehen und wichtige Infrastruktur schützen sollen. dpa/epd/ja