Ankara

Erdoğan vergleicht Netanjahu erneut mit Hitler

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Foto: picture alliance / Anadolu

Die Spannungen zwischen der Türkei und Israel haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan scharf angegriffen und ihm unter anderem einen »Völkermord« an den Kurden vorgeworfen hatte, reagierte Erdoğan laut einem »Welt«-Bericht mit einem Vergleich Netanjahus mit Adolf Hitler – nicht zum ersten Mal.

»Wer Hitlers Weg folgt, sollte nicht vergessen, dass sein Schicksal dem anderer Tyrannen in der Geschichte gleichen wird«, erklärte Erdoğan am Donnerstag in Richtung des israelischen Regierungschefs.

Auslöser des jüngsten Konflikts waren Äußerungen Erdoğans zur Sicherheitslage in der Region. Der türkische Präsident hatte Israel mit Blick auf dessen militärisches Vorgehen in Syrien und im Libanon als mögliche Gefahr für die Türkei dargestellt. »Die Sicherheit der Türkei beginnt nicht erst in Hatay, sondern in Aleppo, in Damaskus und in Beirut«, sagte Erdogan. Zugleich warnte er, Ankara werde »keine vollendeten Tatsachen in unseren Nachbarländern dulden«.

Lesen Sie auch

Angespannte Beziehungen

Netanjahu reagierte darauf mit einer scharf formulierten Erklärung: Israel werde weiterhin »entschlossen« gegen den Iran und dessen Verbündete vorgehen, um Bedrohungen für den jüdischen Staat abzuwehren. Über den türkischen Präsidenten sagte er: »Der antisemitische Diktator Erdoğan, der einen Völkermord an den Kurden begeht, die Terrororganisation Hamas unterstützt, sein eigenes Volk unterdrückt und politische Gegner inhaftiert, ist der Letzte, der Israel Lektionen in Moral erteilen kann.«

Die Beziehungen zwischen Ankara und Jerusalem befinden sich seit langem in einer Krise. Nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg im Gazastreifen verschärften sich die Spannungen zusätzlich.

Erdoğan hat Israel wiederholt eines angeblichen Völkermords im Gazastreifen beschuldigt und pflegt zugleich enge Kontakte zur Hamas. Israel weist die Vorwürfe als absurd zurück und kritisiert die Unterstützung der palästinensischen Terrororganisation durch die türkische Regierung. Zu den Streitpunkten gehört auch die Entwicklung in Syrien und im Libanon. im

Terror

Berlin am Tag zwei nach dem CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag: Kanzler Merz kündigt Konsequenzen an, Herkunft des Todesopfers bekannt, verletzten Opfern geht es besser

 27.07.2026

Berlin

Neuköllns Integrationsbeauftragte: Härter gegen Islamismus vorgehen

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des CSD in Berlin erklärt Güner Yasemin Balci, dass es in ihrem Bezirk sowohl mit Homophobie als auch mit Islamismus ein massives Problem gebe

 27.07.2026

New York

Angehörige von Opfern des 11. September wollen Mamdani von Gedenkfeier ausschließen

Die Betroffenen werfen dem Politiker vor, sich in der Vergangenheit nicht ausreichend von Terrorismus distanziert zu haben

 27.07.2026

Teheran

Chamenei bekräftigt Unterstützung für Hisbollah

Es gebe »keinen anderen Weg als Dschihad und Widerstand« gegen Israel, sagt der Oberste Führer

 27.07.2026

Toronto

Schüsse auf jüdische Bäckerei – Polizei ermittelt wegen möglicher Hasskriminalität

Innerhalb von 20 Minuten werden in der kanadischen Metropole zwei Anschläge auf die Bäckereikette Kiva’s Bagel verübt

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Berlin

Felix Klein: »Brandmauer muss aufrechterhalten werden«

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung wendet sich gegen eine Öffnung der CDU zur AfD. Zur Begründung nennt er das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt

 27.07.2026

Seattle

Drei Tote und mehrere Verletzte bei Schießerei auf Foodfestival

Unter den Verletzten ist ein zweijähriges Kind. Bürgermeisterin Katie Wilson: »Betroffene Familien erleben den schlimmsten Moment ihres Lebens.«

 27.07.2026

Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz sagt, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus

 27.07.2026