Nahost

USA setzen Angriffe auf Iran vorerst aus – Raum für neue Verhandlungen

Botschafter Mike Waltz Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

US-Präsident Donald Trump hat die Luftangriffe auf den Iran nach Angaben der US-Regierung vorerst gestoppt, um diplomatischen Bemühungen eine Chance zu geben. Wie der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz dem Sender Fox News sagte, wolle Trump den Gesprächen »etwas Raum geben«.

Gleichzeitig betonte Waltz jedoch, Washington schließe eine erneute militärische Eskalation keineswegs aus. Auf die Frage, ob Trump sich gegen weitere Angriffe entschieden habe, sagte er dem Sender NBC: »Ich würde nicht so weit gehen. Der Präsident hält sich alle Optionen offen.«

Auch aus Teheran kamen Signale einer vorübergehenden Deeskalation. Ein Sprecher der iranischen Armee erklärte, der Iran habe seine »Vergeltungsangriffe« in der Region vorerst eingestellt.

Schifffahrt in der Straße von Hormus

Parallel zur militärischen Pause setzen Iran und Oman ihre Gespräche über die Schifffahrt in der Straße von Hormus fort. Nach Angaben des iranischen Außenamtssprechers Esmail Baghaei fanden am Freitag und Samstag technische Verhandlungen in Teheran statt. Der Status der Meerenge habe sich bislang nicht verändert, sagte Baghaei am Sonntag. Die Gespräche hätten jedoch Fortschritte gebracht.

Die Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße bleibt einer der größten Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Erst Anfang des Monats war der Konflikt um die Passage erneut eskaliert.

Lesen Sie auch

Das US-Militär teilte am Samstag mit, die wieder eingeführte Seeblockade gegen den Iran werde fortgesetzt. Nach Angaben des Pentagon seien zwölf Handelsschiffe umgeleitet worden; zwei Schiffe seien manövrierunfähig gemacht und zwei weitere geentert worden. Die US-Streitkräfte blieben »hoch wachsam, schlagkräftig und einsatzbereit«, hieß es.

Keine Verknappung von Luftabwehrmunition

Waltz widersprach zudem einem Bericht der »New York Times«, wonach Regierungsvertreter vor einer Verknappung amerikanischer Luftabwehrmunition gewarnt hätten. Das US-Militär verfüge über alle erforderlichen Mittel, um den Einsatz erfolgreich fortzuführen, sagte der UN-Botschafter.

Trump selbst äußerte sich am Sonntag zunächst nicht zu den jüngsten Entwicklungen. Zuvor hatte er allerdings auf seiner Plattform Truth Social KI-generierte Bilder veröffentlicht, die amerikanische Kampfflugzeuge bei Angriffen auf iranische Schiffe sowie die Insel Chark zeigen.

Netanjahu droht Iran mit harter Reaktion

Vor seinem für Dienstag geplanten Besuch im Weißen Haus verschärfte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Ton gegenüber Teheran. Sollte der Iran Israel direkt oder über Stellvertreterorganisationen mit ballistischen Raketen, Drohnen oder anderen Waffen angreifen, werde dies »ein schrecklicher Fehler« sein, sagte Netanjahu im Sender Fox News. »Israels Antwort wird sehr, sehr entschlossen ausfallen«, kündigte er an.

Trumps Entscheidung

Mit Blick auf das iranische Atomprogramm erklärte Netanjahu, die gemeinsamen Militärschläge der USA und Israels hätten das Programm »um mehrere Jahre zurückgeworfen«. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, den Iran zu unterschätzen: »Das bedeutet nicht, dass sie es nicht erneut versuchen können.«

Zu seinem bevorstehenden Treffen mit Trump sagte Netanjahu, er wolle dem US-Präsidenten keine neuen Geheimdienstinformationen präsentieren, sondern zunächst hören, »was er im Sinn hat, denn letztlich ist es in vielerlei Hinsicht seine Entscheidung.« im

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

»Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«: Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Die Hintergründe

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Washington D.C.

Trump verteidigt Iran-Krieg und kündigt weiteren wirtschaftlichen Druck an

»Wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich genau das tun, was ich getan habe«, sagt der amerikanische Präsident

 11.09.2026

Peenemünde

»Gibt nichts umsonst«: Merkel fordert Einsatz für Demokratie

Die frühere Bundeskanzlerin hat eine 700 Seiten starke Autobiografie über ihr politisches Leben geschrieben. Bei einer Sonderlesung in Mecklenburg-Vorpommern findet eine Passage besonderen Widerhall

 11.09.2026