Trotz der angespannten Sicherheitslage infolge des Krieges mit Iran findet die jährliche Pride-Parade in Tel Aviv heute wie geplant statt. Die Organisatoren bestätigten, dass sowohl der Umzug als auch die begleitenden Veranstaltungen durchgeführt werden sollen. Damit kehrt das Großereignis erstmals seit mehreren Jahren wieder in den Veranstaltungskalender der Stadt zurück. »The Jerusalem Post« und andere israelische Medien berichteten.
Die israelische Polizei kündigte umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen an. Mehr als 1000 Polizisten, Grenzpolizisten, zivile Ermittler und Freiwillige sollen entlang der Strecke und auf dem Veranstaltungsgelände eingesetzt werden. Auch Luft- und Seeeinheiten der Polizei werden den Angaben zufolge an den Sicherheitsvorkehrungen beteiligt sein.
Der Kommandeur des Polizeibezirks Tel Aviv, Chaim Sargaroff, erklärte bei einer Lagebesprechung: »Die israelische Polizei arbeitet daran, die Veranstaltung geordnet und sicher durchzuführen, wobei die Sicherheit der Teilnehmer und der Menschenmenge, die zur Parade kommt, unsere zentrale Aufgabe ist.«
Waffen, Glasflaschen und Alkohol verboten
Die Sicherheitspläne seien gemeinsam mit der Stadtverwaltung von Tel Aviv-Jaffa, Rettungsdiensten und den Veranstaltern ausgearbeitet worden. Aus Sicherheitsgründen werden auf dem Veranstaltungsgelände und bei der Abschlussfeier unter anderem Waffen, Glasflaschen, Alkohol sowie Fahrzeuge aller Zweirad-Kategorien verboten sein.
Die Parade soll am Vormittag nahe dem Gordon-Strand beginnen. Von dort führt die Route entlang der Strandpromenade bis zum Charles-Clore-Park im Süden der Stadt, wo die Abschlussveranstaltung stattfindet. Die Feierlichkeiten sind bis in die Abendstunden geplant.
Wegen der Veranstaltung wurden zahlreiche Straßen bereits ab den frühen Morgenstunden gesperrt. Betroffen sind unter anderem Abschnitte der Hayarkon-Straße, der Herbert-Samuel-Promenade sowie weiterer zentraler Verkehrsachsen entlang der Küste. Die Polizei schloss zusätzliche Sperrungen nicht aus und rief die Bevölkerung dazu auf, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
»Pride Shuttle«-Busverkehr eingerichtet
Um die An- und Abreise zu erleichtern, richtete die Stadt einen speziellen »Pride Shuttle«-Busverkehr ein. Die Busse sollen im Abstand von neun Minuten zwischen dem Veranstaltungsgelände und wichtigen Verkehrsknotenpunkten verkehren. Darüber hinaus wird der öffentliche Nahverkehr nach Veranstaltungsende verstärkt.
Die diesjährige Pride Parade hat auch symbolische Bedeutung. Nachdem die Veranstaltung 2024 wegen des Krieges gegen die Hamas und 2025 infolge des Konflikts mit dem Iran abgesagt worden war, handelt es sich um die erste Pride-Parade in Tel Aviv seit der Zeit vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Die Organisatoren rechnen erneut mit Zehntausenden Teilnehmern aus Israel und dem Ausland. im