Israel versucht gemeinsam mit den USA offenbar, eine weitere israelfeindliche Gaza-Flottille noch vor ihrem Auslaufen zu verhindern. Nach einem Bericht von »Ynet« hat Washington auf Bitte Jerusalems die türkische Regierung aufgefordert, mehrere Schiffe am Ablegen zu hindern.
Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen. Insgesamt umfasst die geplante Aktion laut dem Bericht rund 60 Schiffe. Weitere Boote liegen derzeit vor Kreta sowie auf Sizilien.
Die israelische Regierung befürchtet nach Angaben von »Ynet«, dass es zu gewaltsamen Zusammenstößen kommen könnte, wenn die Boote von der Türkei aus ablegen. Hintergrund ist die Erinnerung an den Fall »Mavi Marmara« im Jahr 2010, bei dem mehrere Aktivisten getötet wurden, nachdem sie israelische Marinesoldaten attackiert hatten.
Wie der Bericht weiter ausführt, arbeiten die Vereinigten Staaten derzeit mit der Türkei zusammen, um das Auslaufen der Boote zu verhindern. US-Außenminister Marco Rubio habe entsprechende Botschaften an türkische Regierungsvertreter übermittelt, hieß es in Medienberichten.
Die Organisatoren wollen offenbar, dass die neue Flottille bis zum 15. Mai den Bereich vor Gaza erreicht. Mehrere der beteiligten Schiffe sollen bereits an der vorherigen »Sumud«-Flottille teilgenommen haben, die im vergangenen Monat von der israelischen Marine gestoppt worden war.
Diese frühere Aktion war Mitte April von Spanien aus gestartet. Israel hatte die Schiffe später in der Nähe von Kreta abgefangen. Die neue Flottille gilt nach israelischer Einschätzung wegen der Beteiligung türkischer Gruppen als besonders sensibel. im