Aschkelon

Israel wirft Flottillen-Aktivisten Hamas-Verbindungen vor, Haft verlängert

Der israelfeindliche Aktivist Thiago Ávila aus Brasilien am Sonntag bei einer Anhörung vor dem Bezirksgericht in Aschkelon Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein Gericht in der südisraelischen Stadt Aschkelon hat die Haft zweier ausländischer Aktivisten verlängert, die Teil der jüngsten Gaza-Flottille waren. Die beiden Männer stehen im Verdacht, Verbindungen zu einer Organisation mit Nähe zur Hamas zu haben. Israelische Medien berichteten.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Adalah entschied das zuständige Gericht, die Inhaftierung des spanischen Aktivisten Saif Abu Keshek und des Brasilianers Thiago Avila um zwei Tage auszudehnen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine längere Frist beantragt.

Den beiden Flottillen-Teilnehmern werden mehrere Delikte zur Last gelegt. Dazu zählen laut Darstellung der Behörden »Unterstützung des Feindes in Kriegszeiten« sowie die Mitgliedschaft in und Unterstützung einer Terrororganisation.

»Rechtswidrige Inhaftierung«

Israelische Stellen führen an, beide seien mit der Gruppe Popular Conference for Palestinians Abroad verbunden, der von den USA vorgeworfen wird, im Auftrag der Hamas zu agieren. Auch das israelische Außenministerium sieht in Abu Keshek eine führende Figur innerhalb dieser Organisation.

Die Flottille, an der die Männer beteiligt waren, hatte versucht, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

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Die spanische Regierung reagierte mit deutlicher Kritik und verlangte die »sofortige Freilassung« ihres Staatsbürgers. Ein Konsularbeamter habe Abu Keshek zur Anhörung begleitet, teilte das Außenministerium in Madrid mit und sprach von einer rechtswidrigen Inhaftierung.

Hungerstreik begonnen

Auch die Verteidigung stellte die Zuständigkeit der israelischen Justiz infrage. Die Aktivisten seien in internationalen Gewässern festgesetzt worden, argumentierten die Anwälte.

Für zusätzliche Brisanz sorgen Vorwürfe der Festgenommenen, sie seien während und nach ihrer Festsetzung misshandelt worden. Laut Adalah berichteten beide von »schwerer körperlicher Gewalt, die Folter gleichkommt«. Bereits nach der letzten Flottille hatten Teilnehmer derartige Vorwürfe erhoben. Israel wies diese entschieden zurück.

Beide Aktivisten befinden sich nach Angaben ihrer Anwälte im Hungerstreik, um gegen ihre Haftbedingungen und die Inhaftierung zu protestieren. Offizielle Anklagen wurden bislang nicht erhoben.

Minimale Wirkung

Die israelische Marine hatte die Flottille, die aus Dutzenden Booten bestand, vor wenigen Tagen im Mittelmeer abgefangen – weit entfernt von der Küste des Gazastreifens. Mehr als 170 Teilnehmer wurden zunächst festgesetzt, später jedoch größtenteils freigelassen und nach Griechenland gebracht.

Israel bezeichnet die wiederholten Flottillenversuche als PR-Aktionen mit minimaler humanitärer Wirkung.

Bereits nach einer früheren Flottille im September 2025 hatte Israel der »Global Sumud Flotilla« vorgeworfen, die Aktion in Kooperation mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas durchzuführen.

Offizielle Hamas-Dokumente, die im Gazastreifen gefunden wurden, sollen die direkte Beteiligung der palästinensischen Terrororganisation an der Finanzierung und Durchführung der Sumud-Flottille nach Gaza belegen, hatte das Außenministerium in Jerusalem mitgeteilt. im

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