Die israelische Marine hat im Mittelmeer mehr als 20 Schiffe der internationalen »Global Sumud Flotilla« abgefangen und 175 Aktivisten an Bord festgenommen. Nach Angaben des Außenministeriums werden sie nach Israel gebracht. Der Einsatz erfolgte westlich der griechischen Insel Kreta, die rund 1000 Kilometer Luftlinie von Israel entfernt liegt.
Mit einem Eingreifen war gerechnet worden, der Zeitpunkt und die Entfernung überraschten jedoch. Das israelische Außenministerium teilte mit, aufgrund der großen Anzahl an Schiffen sowie des Risikos einer Eskalation sei »ein frühzeitiges Eingreifen im Einklang mit dem Völkerrecht erforderlich« gewesen. Die Operation sei »in internationalen Gewässern friedlich und ohne Verletzte durchgeführt« worden.
Vorwürfe der Aktivisten
Die Organisatoren der Flottille warfen Israel hingegen vor, Motoren und Navigationssysteme zerstört zu haben. Zudem seien Zivilisten auf beschädigten, manövrierunfähigen Schiffen zurückgelassen worden. Dies sei trotz eines herannahenden Sturms geschehen. Auch Kommunikationsverbindungen seien gestört worden.

Die Armee äußerte sich dazu nur knapp. Sie verwies auf die Durchsetzung der Seeblockade des Gazastreifens, die Israel mit Sicherheitserwägungen begründet. Man handele gemäß den Anweisungen der politischen Führung.
Die Hilfsflotte war am Sonntag von Sizilien aus in See gestochen. Die Organisatoren sprachen von der bislang größten Mission dieser Art, Jerusalem hingegen von »professionellen Provokateuren«. Auch eine frühere Fahrt der Flottille im vergangenen Herbst wurde gestoppt. Seit der Machtübernahme der Hamas 2007 hat Israel eine Seeblockade des Gazastreifens verhängt. dpa/ja