Barcelona

Neue Flottille startet in Richtung Gaza

Boote der Flottille warten in Neapel darauf, in See zu stechen. Foto: picture alliance / abaca

Von Barcelona aus ist eine neue internationale Flottille mit israelfeindlichen Aktivisten in Richtung Gazastreifen aufgebrochen. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich zum Auftakt mehrere Dutzend Boote. Weitere Schiffe sollen sich in den kommenden Tagen aus anderen Mittelmeerhäfen anschließen.

Die Initiative trägt den Namen »Global Sumud Flotilla«. »Sumud« bedeutet auf Arabisch so viel wie Standhaftigkeit oder Widerstandskraft. Nach Darstellung der Veranstalter soll es sich um die bislang größte zivile Seemission dieser Art handeln.

Ziel der Aktion ist ein Brechen der israelischen Seeblockade des weiterhin von der Terrororganisation Hamas regierten Gazastreifens. Die ebenfalls bestehende ägyptische Seeblockade Gazas, die ebenfalls den Waffenschmuggel eindämmen soll, wird von den Flottillen-Aktivisten nicht erwähnt.

»Gemeinsame Kämpfe«

»Wir sind nach dem Sturm von Barcelona aus in See gestochen: Gaza, wir kommen«, erklärte die »Global Sumud Flotilla«. »Das glitzernde Wasser spiegelt unsere Hoffnungen wider, während unsere Herzen schmerzen angesichts der Nachrichten über unsere im Libanon getöteten Angehörigen und die Ausbreitung illegaler Siedlungen im Westjordanland.«

Vom Terror der libanesischen Hisbollah war ebenso wenig die Rede wie von ihren Opfern in Israel. »Wir segeln nach Palästina, wir segeln für unsere gemeinsamen Kämpfe und für die Befreiung aller«, so die Organisatoren.

Fast 40 Boote legten zunächst in Barcelona ab, nachdem ein Sturm auf See für eine tagelange Verspätung gesorgt hatte. Weitere Teilnehmer wollen von Marseille sowie später aus Syrakus auf Sizilien dazustoßen. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit mehr als 70 Booten und rund 1000 Teilnehmern aus zahlreichen Staaten.

Lesen Sie auch

Internationale Aufmerksamkeit

Vor der Weiterfahrt ist in Süditalien ein einwöchiger Zwischenstopp geplant. Dort sollen »Schulungen zum gewaltfreien Protest« stattfinden.

Die Unterstützer erklären, sie wollten die internationale Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Lage im Gazastreifen lenken. Seit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran sei das Thema in den Hintergrund geraten.

Der palästinensische Aktivist Saif Abukeshek sagte laut internationalen Medien: »Wir fahren, weil die Regierungen versagt haben.« Weiter erklärte er: »Sie wollen eine Gesellschaft, die sich hilflos fühlt, die nicht handeln kann, die sich nicht mobilisieren kann. Wir weigern uns, diese Gesellschaft zu sein.«

Vorwurf: Fehlverhalten

Auch Greenpeace Spanien unterstützt die Aktion. Die Vorsitzende Eva Saldaña sagte: »Wir fahren, weil die Menschen in Gaza das Recht haben zu existieren, zu atmen und auf ihrem Land zu leben.« Den Hamas-Terror, gegen Israelis sowie palästinensische Bewohner des Gazastreifens, erwähnte sie nicht.

Seit den Hamas-Massakern in Israel und dem Beginn des dadurch ausgelösten Krieges hatten bereits zwei Flottillen versucht, die Küste des Gazastreifens zu erreichen. Zahlreiche Boote von der israelischen Marine gestoppt. Teilnehmer, darunter die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, wurden festgenommen und später des Landes verwiesen. im

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  11.09.2026

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026