New York

Streit um Bericht zu sexueller Gewalt: WJC kritisiert UN scharf

WJC-Präsident Ronald Lauder Foto: IMAGO/Pacific Press Agency

Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat mit deutlichen Worten auf eine neue Entscheidung der Vereinten Nationen reagiert, die für Spannungen sorgt. Hintergrund ist die Erwähnung israelischer Institutionen in einen UN-Bericht über konfliktbezogene sexuelle Gewalt – ein Schritt, den der WJC als problematisch und politisch motiviert bezeichnet.

In seiner Stellungnahme spricht der WJC von einer Veränderung in Ton und Haltung innerhalb der UN-Führung. Es sei besorgniserregend, wenn sich eine Form moralischer Gleichsetzung etabliere, die Israel in »eine problematische Rolle« dränge.

Die Vereinten Nationen seien nach dem Holocaust gegründet worden, um genau solche Entwicklungen zu verhindern, so der Jüdische Weltkongress in einer Erklärung. Wenn jedoch der jüdische Staat regelmäßig in einem Kontext dargestellt werde, der ihn mit Terrororganisationen gleichsetze, sei dies ein Zeichen für eine »grundlegende Verschiebung von Standards«.

Pauschale Delegitimierung

Kritik an Regierungen sei legitim, betont die Organisation – problematisch werde es jedoch dort, wo Narrative entstünden, die Israel pauschal delegitimierten.

Lesen Sie auch

Internationale Organisationen müssten konsequent sicherstellen, dass eine Doppelmoral vermieden werde, wenn es um den einzigen jüdischen Staat gehe, so der WJC. Die ursprünglichen Gründungsideale der Vereinten Nationen müssten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Auch aus Israel selbst kam in den vergangenen Tagen deutliche Kritik an der UN-Entscheidung. Am Donnerstag sprach der israelische UN-Botschafter Danny Danon von einem schweren Vertrauensbruch und warf den Vereinten Nationen vor, moralische Grenzen zu überschreiten. Die Aufnahme israelischer Institutionen in entsprechende UN-Monitoring-Strukturen bezeichnete er als grundlegend falsch und politisch verzerrt.

Danon erklärte, Israel werde in einer Art und Weise behandelt, die nicht mehr mit den Grundprinzipien der Organisation vereinbar sei. Besonders scharf kritisierte er dabei die Gleichsetzung israelischer Stellen mit terroristischen Akteuren wie der Hamas im Gazastreifen. im

Medien

KI-Verstoß: »Tagesspiegel« nimmt Casdorff-Texte offline

Stephan-Andreas Casdorff verfasste auch für die Jüdische Allgemeine Kommentare. Die Redaktion prüft, ob auch diese Texte von einer KI statt von Casdorff selbst verfasst wurden

 12.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Debatte

Soll die Bevölkerung in der Schweiz auf 10 Millionen begrenzt werden?

Ein Pro & Contra

von Jessie Katz, Zsolt Balkanyi-Guery  12.06.2026

Berlin

Bundesrat für Verbot von Handel mit Dokumenten von NS-Opfern

»Wir dulden es nicht länger, dass aus dem Leid der NS-Opfer Profit geschlagen wird«, sagt NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)

 12.06.2026

Ankara

Erdoğan vergleicht Netanjahu erneut mit Hitler

»Wer Hitlers Weg folgt, sollte nicht vergessen, dass sein Schicksal dem anderer Tyrannen in der Geschichte gleichen wird«, erklärt der türkische Präsident in Richtung des israelischen Regierungschefs

 12.06.2026

Debatte

Mario Voigt nutzte KI für Reden zum Holocaust-Gedenken

Ein Portal findet mit KI-Analyse-Werkzeugen Auffälligkeiten in Beiträgen von Thüringens Regierungschef. Wie viel KI darf in einer Rede zum Holocaust-Gedenktag stecken?

 12.06.2026

Berlin

Anne-Frank-Tag: Bildungsstätte sieht Antisemitismus-Flut im Internet

»Wir erleben aktuell, dass sowohl rechtsextreme als auch islamistische und linke Gruppen antisemitisch agieren, antisemitische Narrative aber zugleich in der Mitte der Gesellschaft fest verankert sind«, sagt Deborah Schnabel

 12.06.2026

Brüssel

Kallas vergleicht Israel mit Apartheids-Südafrika

Die EU-Außenbeauftragte wird für ihre Aussage von anderen EU-Diplomaten und -Beamten scharf kritisiert

 12.06.2026

Künstliche Intelligenz

Preiskrieg zwischen Giganten

Sam Altmans OpenAI will den aggressiv wachsende Rivalen Anthropic der Geschwister Daniela und Dario Amodei auf Distanz halten

 12.06.2026