Washington D.C.

USA setzen Sanktionen gegen Francesca Albanese wieder in Kraft

Francesca Albanese bei einer Buchpräsentation am Mittwoch in Mailand Foto: picture alliance / ipa-agency

Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen die umstrittene UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese erneut aktiviert. Hintergrund ist eine Entscheidung eines Berufungsgerichts in Washington, das eine frühere richterliche Anordnung vorläufig außer Kraft setzte. Damit gelten die Strafmaßnahmen der Trump-Regierung gegen die Italienerin vorerst wieder.

Nach Angaben des US-Finanzministeriums wurde Albanese erneut auf die Sanktionsliste gesetzt. Die Maßnahmen erschweren ihr unter anderem internationale Bankgeschäfte und die Nutzung großer Kreditkartenanbieter. Zudem bleibt ihr die Einreise in die Vereinigten Staaten untersagt.

Die Trump-Regierung wirft Albanese seit langem Antisemitismus sowie eine politische Kampagne gegen Israel und die USA vor. Außenminister Marco Rubio hatte die Sanktionen im vergangenen Jahr mit ihren »illegitimen und beschämenden Bemühungen« begründet, Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs gegen amerikanische und israelische Staatsbürger voranzutreiben.

Unterstützung für Terrorismus

Rubio erklärte damals, Albanese habe »offenen Antisemitismus verbreitet, Unterstützung für Terrorismus gezeigt und unverhohlene Verachtung gegenüber den Vereinigten Staaten, Israel und dem Westen geäußert.«

Lesen Sie auch

Albanese weist die Antisemitismusvorwürfe zurück. Die UN-Beauftragte hatte argumentiert, die Sanktionen seien ein Versuch gewesen, ihre Arbeit als unabhängige Ermittlerin der Vereinten Nationen zu behindern. Deutschland, Frankreich und andere Staaten fordern derweil Albaneses Abberufung.

Zunächst hatte ein Bundesrichter in Washington die Sanktionen im Mai gestoppt. Das Gericht kam damals zu der Einschätzung, dass die Regierung möglicherweise gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung verstoßen habe. Geklagt hatten Albaneses Ehemann Massimiliano Cali sowie die gemeinsame minderjährige Tochter, die amerikanische Staatsbürgerin ist. In der Klage hieß es, die Maßnahmen machten ein normales Familienleben und alltägliche Finanztransaktionen nahezu unmöglich.

Entscheidung ausgesetzt

Das Berufungsgericht entschied nun jedoch, dass die Regierung die Sanktionen vorerst weiter umsetzen dürfe, solange über den Eilantrag des Justizministeriums beraten wird. Damit wurde die frühere Entscheidung des Bundesrichters zunächst ausgesetzt.

Kritiker werfen Albanese seit Jahren vor, ihre Funktion bei den Vereinten Nationen als politische Plattform gegen Israel zu nutzen als als neutrales Mandat. Hinzu kommt: Albanese hatte sich der NGO UN Watch zufolge jahrelang als Anwältin bezeichnet, obwohl sie nie die Anwaltsprüfung abgelegt habe. In einem Interview sagte sie später: »Ich bin keine Anwältin, und ich wollte das auch nie werden.«

Trotz der neuen Gerichtsentscheidung ist das Verfahren in den USA noch nicht abgeschlossen. Das Berufungsgericht muss nun grundsätzlich über die Rechtmäßigkeit der Sanktionen entscheiden. im

US-Repräsentantenhaus

Mehr als 100 Demokraten stimmen für Ende der Militärhilfe an Israel

Das Abstimmungsergebnis gilt als Zeichen eines tiefgreifenden Wandels innerhalb der Partei von Clinton, Obama und Biden

 16.07.2026

Washington D.C.

JD Vance verbreitet Verschwörungstheorien zu Israel und Epstein

Epstein habe Verbindungen »zu den höchsten Ebenen« der israelischen Geheimdienste unterhalten, sagt der US-Vizepräsident. Belege für diese Behauptung legt er nicht vor

 16.07.2026

Meinung

So markiert man Feinde

Die sogenannte Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur UNRWA enthält entlarvende Widersprüche. Sie konstruiert eine angebliche Kampagne gegen das Palästinenserhilfswerk und stellt dessen Kritiker in die rechte Ecke

von Rebecca Schönenbach  16.07.2026

Krakau/Weimar

KZ-Gedenkstätten warnen vor politischem Druck durch Rechtsruck

Weniger Zeitzeugen, mehr politische Eingriffe? KZ-Gedenkorte fordern, Erinnerung und Forschung frei von Druck und Instrumentalisierung zu halten

 16.07.2026

Nahost

Nächtliche Angriffe auf Ziele im Iran: Schiff auf dem Weg nach Kharg gestoppt

Amerika attackiert iranische Luftabwehrstellungen, Raketen- und Drohnenanlagen und Kommandozentren. Der Iran greift Ziele in Bahrain, Jordanien und Kuwait an

 16.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Israel

Oberstes Gericht stoppt Gesetz zum Schutz ultraorthodoxer Wehrdienstverweigerer

Die Richter kündigen zudem eine rasche Anhörung über die Rechtmäßigkeit der Regelung an

 16.07.2026

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026