Nahost

Nächtliche Angriffe auf Ziele im Iran: Schiff auf dem Weg nach Kharg gestoppt

Der Flugzeugträger USS George H.W. Bush ist an der Operation gegen den Iran beteiligt. Foto: picture alliance / SIPA

Die Vereinigten Staaten haben ihre Angriffe auf iranische Militärziele fortgesetzt und zugleich erstmals ein Schiff außer Gefecht gesetzt, das nach Angaben des US-Militärs trotz der von Präsident Donald Trump wieder verhängten Blockade iranischer Häfen Kurs auf die Kharg-Insel genommen hatte. Damit verschärft sich der Konflikt um die Straße von Hormus weiter.

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte laut amerikanischen Medienberichten mit, am Mittwoch seien zwei Angriffswellen gegen iranische Ziele geflogen worden. Dabei seien Luftabwehrstellungen, Raketen- und Drohnenanlagen, Kommandozentren sowie Einrichtungen zur Küstenüberwachung attackiert worden. Zu den Zielen gehörte auch die Hafenstadt Bandar Abbas am Persischen Golf, in der sich wichtige Marine- und Einrichtungen der Revolutionsgarden befinden. Nach Angaben des Militärs sollten die Einsätze Irans Fähigkeit einschränken, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen.

Auch iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in der Region Bandar Abbas. Darüber hinaus sollen US-Angriffe Ziele im Raum Teheran sowie in der Provinz Semnan getroffen haben, in der sich unter anderem Einrichtungen des iranischen Raketen- und Raumfahrtprogramms befinden.

Hellfire-Raketen auf Schiff

Für zusätzliche Eskalation sorgte ein Zwischenfall auf See. Nach Angaben von CENTCOM wurde der unter der Flagge Curaçaos fahrende Tanker »M/T Belma« gestoppt, nachdem er mehrere Warnungen ignoriert habe und Kurs auf die Insel Kharg genommen habe, über die ein Großteil der iranischen Ölexporte abgewickelt wird. Ein US-Flugzeug habe Hellfire-Raketen auf den Schornstein des Schiffes abgefeuert und es dadurch manövrierunfähig gemacht. Menschen seien nach bisherigen Angaben nicht an Bord gewesen.

Präsident Donald Trump ließ unterdessen offen, ob Washington weiterhin auf eine diplomatische Lösung setzt oder den militärischen Druck weiter erhöhen wird. Bei einem Auftritt in Pennsylvania sagte er: »Sie wollen sich unbedingt einigen. Ihnen gefällt nicht, was wir tun, und sie wollen wirklich eine Einigung.« Ob es dazu komme oder man »die Sache zu Ende bringt«, werde sich noch zeigen.

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Vizepräsident JD Vance verteidigte in einem Podcast den bisherigen Kurs der Regierung. Er sprach von einem »schwierigen diplomatischen Balanceakt« und verwies auf unterschiedliche Lager innerhalb der iranischen Führung. Nach seiner Darstellung drängen Hardliner auf eine Konfrontation, während pragmatischere Kräfte weiterhin Gespräche befürworten.

»Frei erfunden«

»Wir versuchen, mit den Pragmatikern zu sprechen. Und wenn sie Gewalttaten begehen, reagieren wir darauf«, sagte Vance. Zugleich kritisierte er Gegner von Verhandlungen mit Teheran. »Man kann sie bombardieren, man kann ihnen das Radar nehmen, man kann ihnen einige Drohnen und Raketen wegnehmen – aber es ist einfach zu leicht, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Deshalb muss man auch bereit sein zu reden und zu versuchen, das Problem zu lösen.«

Vance warf Befürwortern eines härteren Kurses außerdem vor, das frühere Memorandum zwischen den USA und Iran bewusst falsch dargestellt zu haben, um eine Einigung zu verhindern. Behauptungen, das Abkommen hätte Teheran umfassende Sanktionserleichterungen verschafft, seien »frei erfunden« gewesen und hätten lediglich dazu gedient, »die Verhandlungen politisch scheitern zu lassen«.

Währenddessen weitete sich der militärische Schlagabtausch in der Region aus. Nach iranischen Angaben wurden US-Militäranlagen in Jordanien mit Drohnen angegriffen. Ziel seien Kommunikationssysteme und Treibstofflager gewesen.

Auch mehrere US-Verbündete meldeten neue Angriffe. Kuwait erklärte, iranische Drohnen abgefangen zu haben. In Bahrain heulten erneut Luftschutzsirenen auf. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen. im

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