New York/Jerusalem

Israel kritisiert Aufnahme in UN-Bericht zu sexueller Gewalt

Israels UNO-Botschafter Danny Danon Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Zwischen Israel und den Vereinten Nationen ist ein neuer Konflikt entbrannt, nachdem bekannt wurde, dass israelische Institutionen künftig in UN-Berichten über sexuelle Gewalt in Konflikten berücksichtigt werden sollen. Laut israelischen Medien handelt es sich dabei um eine Liste, auf der auch die Hamas und andere Terrororganisationen geführt werden.

Nach Angaben aus Jerusalem soll der israelische Gefängnisdienst im kommenden Bericht der UN für 2026 auftauchen. Weitere israelische Behörden sind demnach in ein Beobachtungsverfahren aufgenommen worden, das eine spätere Einstufung nicht ausschließt. Die Hamas war im August 2025 in dem UN-Verzeichnis aufgelistet worden.

Die Entscheidung basiert auf früheren Einschätzungen der UN-Sonderbeauftragten für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten. Sie hatte festgestellt, dass es begründete Hinweise auf systematische sexuelle Gewalt durch die Hamas beim Angriff vom 7. Oktober 2023 sowie gegen Geiseln im Gazastreifen gibt.

»Signifikante Bedenken«

Israel wirft den Vereinten Nationen vor, nach der Aufnahme der Hamas unter politischen Druck geraten zu sein und daher auch israelische Stellen in vergleichbare Kategorien einzubeziehe. Die Regierung in Jerusalem weist sämtliche Vorwürfe gegen israelische Institutionen zurück.

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UN-Generalsekretär António Guterres hatte Israel bereits im August 2025 »auf eine mögliche Aufnahme« in die Liste hingewiesen, unter Verweis auf angebliche »signifikante Bedenken« über Vorwürfe von systematischem Missbrauch. Israel bestreitet diese Darstellung und verweist auf umfangreiche eigene Stellungnahmen und Dokumentationen, die an die UN übermittelt worden seien.

Nach israelischen Angaben gab es im Vorfeld zahlreiche Gespräche zwischen UN-Vertretern und der israelischen Delegation. Dabei seien Daten, Berichte und weiteres Material übergeben worden. Zudem habe Israel Vertreter der Vereinten Nationen eingeladen, die Vorwürfe vor Ort zu überprüfen.

Keine Kooperation mit Guterres

Dennoch sei die Entscheidung getroffen worden, israelische Stellen in den Monitoring-Rahmen aufzunehmen. In Reaktion darauf kündigte Israel an, die Zusammenarbeit mit dem Büro des UN-Generalsekretärs einzufrieren und eine geplante Visite der UN-Sonderbeauftragten Pramila Patten abzusagen. Eine weitere Kooperation werde es nach israelischer Darstellung nicht geben, solange António Guterres im Amt sei.

Israels UN-Botschafter Danny Danon warf den Vereinten Nationen eine moralisch unhaltbare Gleichsetzung vor. Die UN hätten Israel »auf dieselbe schwarze Liste wie Hamas, ISIS und die verwerflichsten Terrororganisationen der Welt gesetzt«, sagte er. Dies stelle »einen moralischer Skandal und einen vollständigen Zusammenbruch jeglicher Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen« dar.

Danon kritisierte zudem, der Generalsekretär ignoriere Fakten und setze eine Kampagne gegen Israel fort. »Jeder, der in der Lage ist, Israel auf dieselbe Liste wie die Hamas-Terroristen und Vergewaltiger zu setzen, hat kein moralisches Empfinden«, sagte er. »António Guterres, der das Massaker vom 7. Oktober gerechtfertigt, die Beteiligung von UNRWA-Mitarbeitern verharmlost und die Organisation auf ein beispielloses Tief geführt hat, nutzt die letzten Monate seiner Amtszeit, um politische und falsche Vorwürfe gegen Israel voranzutreiben«. Am Ende des Jahres wird Guterres abgelöst. im

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