Negev

Netanjahu und Armeechef: Israel ist jederzeit zu neuem Militäreinsatz gegen Iran bereit

Eine Pilotin der israelischen Armee auf dem Weg zu ihrem Kampfjet Foto: IDF-Spokesperson

Israels politische und militärische Führung hat ihre Bereitschaft zu einem erneuten militärischen Vorgehen gegen den Iran bekräftigt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Ejal Zamir erklärten laut »Times of Israel« (ToI) am Donnerstag, Israel könne jederzeit wieder gegen die Islamische Republik vorgehen, falls dies erforderlich werde.

Die Erklärungen fielen bei der Abschlussfeier eines neuen Jahrgangs von Kampfpiloten auf dem Luftwaffenstützpunkt Hatzerim in der Negev-Wüste. Israels Staatspräsident Isaac Herzog hob dabei hervor, dass diese Piloten ihre gesamte mehrjährige Ausbildung während des Krieges absolviert hätten.

Generalstabschef Zamir machte laut ToI-Bericht deutlich, dass der Konflikt mit dem Iran aus Sicht der Armee noch nicht beendet sei. »Auf dem Reißbrett liegen neue Pläne«, sagte er. »Es liegen noch bedeutende Operationen vor uns. Seid vorbereitet.«

Nach Angaben der Armee hält die israelische Luftwaffe weiterhin zahlreiche Flugzeuge in ständiger Alarmbereitschaft und beobachtet die Entwicklungen im Iran und im Libanon genau.

Sämtliche Szenarien

Auch Netanjahu betonte, Israel bereite sich auf sämtliche Szenarien vor. »Der Krieg ist nicht vorbei«, sagte der Regierungschef. »Neben alten Herausforderungen entstehen ständig neue. Alte Achsen brechen zusammen, neue entstehen. Wir bereiten uns auf jedes Szenario vor. Wir wissen eines: Wir müssen unseren Feinden immer überlegen sein.«

Mit Blick auf das iranische Atomprogramm wiederholte Netanjahu seine Position. »Mit oder ohne Abkommen wird der Iran keine Atomwaffen besitzen.« Zugleich bezeichnete er die US-Streitkräfte als einen entscheidenden Faktor für Israels militärische Stärke.

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Ohne die geplante Lieferung von F-35-Kampfflugzeugen an die Türkei ausdrücklich zu erwähnen, unterstrich Netanjahu zudem die Bedeutung der israelischen Luftüberlegenheit. Deren Erhalt sei ein Grundpfeiler der nationalen Sicherheitsstrategie und unverzichtbar für die Stabilität im Nahen Osten.

»Noch größere Stärke«

Verteidigungsminister Katz erklärte ebenfalls, die Streitkräfte seien auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe vorbereitet. Israel könne notfalls erneut die Lufthoheit über dem Iran herstellen und eigenständig Ziele angreifen. »Wenn wir zurückkehren müssen, werden wir mit noch größerer Stärke zurückkehren«, sagte er.

Netanjahu telefonierte nach Angaben seines Büros am Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump. Beide Seiten hätten vereinbart, ihre enge Abstimmung in der Region fortzusetzen. Außerdem habe Trump den israelischen Regierungschef über die jüngsten amerikanischen Militäroperationen im Persischen Golf informiert.

Unterdessen berichtete der israelische Fernsehsender Channel 12, dass sich Israel auf die Möglichkeit vorbereitet, der Iran könne künftig auch israelische Luftwaffenstützpunkte wie Nevatim oder Ramon angreifen, von denen aus amerikanische Flugzeuge operiert haben. Demnach stehen die israelischen Streitkräfte und das US-Zentralkommando (CENTCOM) in engem Austausch.

Nach Angaben des Senders ist die US-Regierung derzeit jedoch zurückhaltend, Israel erneut direkt in die aktuellen Kampfhandlungen einzubeziehen. im

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