Nach den erneuten amerikanischen Luftangriffen auf iranische Ziele stellt sich auch Israel auf eine mögliche Ausweitung des Konflikts ein. Obwohl sich die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen bislang auf den Persischen Golf konzentrieren und Israel derzeit nicht direkt betroffen ist, beobachten die Sicherheitsbehörden die Entwicklung laut israelischen Medien mit wachsender Sorge.
Nach einem Bericht von Channel 12 kamen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz am Mittwochabend zu Sicherheitsberatungen zusammen. Hintergrund sind die wieder aufgenommenen Angriffe zwischen den USA und dem Iran sowie die Befürchtung, dass sich die explosive Lage innerhalb kurzer Zeit auch auf Israel ausweiten könnte.
Dem Bericht zufolge haben die israelischen Streitkräfte (IDF) ihre Alarmbereitschaft deutlich erhöht. Neben verstärkten Verteidigungsmaßnahmen sollen auch offensive Einsatzpläne vorbereitet worden sein. Kampfflugzeuge stehen demnach einsatzbereit auf ihren Basen, während anhand aktueller Geheimdienstinformationen mögliche Ziele im Iran laufend überprüft werden.
Mögliches Signal
Zugleich arbeitet die israelische Armee nach Angaben des Senders eng mit dem US-Zentralkommando (CENTCOM) zusammen. Ziel sei es, auf eine plötzliche Eskalation schnell reagieren zu können und nicht von einer überraschenden Entwicklung überrollt zu werden.
Auch in den Vereinigten Staaten deuten mehrere Schritte auf Vorbereitungen für einen längeren Konflikt hin. Medienberichten zufolge werden Tankflugzeuge der US-Luftwaffe wieder in die Region verlegt. Ein Teil dieser Maschinen war während der Waffenruhe im Frühjahr auf dem Flughafen Ben Gurion stationiert gewesen, bevor sie nach Inkrafttreten der Feuerpause abgezogen wurden. Ihre Rückkehr gilt Beobachtern als mögliches Signal für eine erneute Ausweitung der militärischen Operationen.
Auslöser der jüngsten Eskalation waren iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Darauf reagierten die Vereinigten Staaten mit Luftschlägen gegen Ziele im Süden des Iran. Iranische Staatsmedien meldeten anschließend den Tod von acht Angehörigen der Marine und der Luftwaffe bei Angriffen auf Einrichtungen in Bandar Abbas und Buschehr. Im Gegenzug griff Teheran nach eigenen Angaben amerikanische Stützpunkte in der Golfregion an.
Besondere Aufmerksamkeit
Auch diplomatisch verschärft sich der Ton. Pakistan, das zuletzt als Vermittler zwischen Washington und Teheran aufgetreten war, rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Gleichzeitig drohte der Iran erneut mit einer Einschränkung des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
In Jerusalem wird die Entwicklung derweil mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Die israelische Regierung hatte den direkten Gesprächen zwischen Washington und Teheran von Beginn an skeptisch gegenübergestanden und wiederholt betont, dass Irans militärische Fähigkeiten sowie der Einfluss des Regimes dauerhaft geschwächt werden müssten. Vor diesem Hintergrund wird die aktuelle Entwicklung in israelischen Sicherheitskreisen offenbar auch als Chance gesehen, den Druck auf die Islamische Republik weiter zu erhöhen.
US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, er rechne derzeit nicht mit einem langwierigen Konflikt. »Ich glaube nicht, dass es wieder richtig losgeht. Das wird sehr schnell vorbei sein«, sagte er. im