Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Foto: IDF

Aus der Nothilfe wird Wiederaufbauhilfe: Die Hilfsdelegation der israelischen Armee IDF in Venezuela weitet ihre Mission aus. Sie unterstützt nun die Entwicklung eines nationalen Wiederaufbauplans für die von den jüngsten Erdbeben verwüsteten Gebiete. Dies erfolgt auf Bitte der venezolanischen Übergangsregierung.  

Neben Dutzenden von Experten vor Ort arbeitet ein zusätzliches Team von rund 20 Spezialisten von Israel aus, analysiert die aus Venezuela übermittelten Informationen und hilft bei der Ausarbeitung der Wiederaufbaustrategie.

Die Delegation vor Ort wird von Elad Edri, Stabschef des israelischen Heimatschutzkommandos, und dem Vertreter des Außenministeriums, Yoad Magen, geleitet, der in Venezuela aufgewachsen ist. Der Mission gehören Experten des Außenministeriums, des israelischen Heimatschutzkommandos und der nationalen Katastrophenschutzbehörde an.

Arbeit der IDF-Delegation hat großes Interesse geweckt

Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Begutachtung beschädigter Gebäude, die Kartierung der betroffenen Gebiete und die Beratung der lokalen Behörden hinsichtlich der sicheren Rückkehr der Vertriebenen in ihre Häuser.

Laut israelischen Beamten habe die Arbeit der Delegation großes Interesse bei hochrangigen Regierungsvertretern und den lokalen Medien geweckt. Der Wiederaufbauplan wurde diese Woche dem venezolanischen Infrastrukturminister vorgestellt und wird voraussichtlich in den kommenden Tagen dem Übergangspräsidenten des Landes vorgelegt.

Anders als frühere israelische humanitäre Missionen konzentriert sich die aktuelle Operation nicht auf Such- und Rettungsmaßnahmen. »Im Gegensatz zu früheren Missionen wurden wir gebeten, beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. Natürlich auf Wunsch der venezolanischen Regierung«, erklärte Edri gegenüber Reportern.

Stabschef Heimatfrontkommando, Elad Edri: »Wir sind hier vor Ort in unseren IDF-Uniformen mit den Staatssymbolen und sind sehr stolz darauf. Niemand hat Angst um um unsere Sicherheit.«

Die israelische Delegation wird voraussichtlich am Sonntag zurückkehren. Offizielle Stellen gaben jedoch an, dass der Einsatz verlängert werden könne, falls die Regierung in Caracas um weitere Hilfe bittet.

Die Militärdelegation besteht aus etwa 30 Spezialisten, zumeist Ingenieuren des Heimatfrontkommandos, die in der Beurteilung von Bauwerken nach Erdbeben geschult sind. Laut Edri müssen rund 1.300 Gebäude inspiziert werden. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden klassifizieren die israelischen Experten die Gebäude danach, ob sie repariert, sicher wiederbewohnbar oder abgerissen werden müssen. »Und das ist für die Wiederaufbauphase von entscheidender Bedeutung«, erläuterte Edri.

Die IDF-Spezialisten unterstützen die venezolanischen Behörden außerdem bei der Erstellung von Abrissplänen für einsturzgefährdete Gebäude und bei der Organisation der Trümmerbeseitigung – ein unerlässlicher Schritt vor Beginn des Wiederaufbaus.

Obwohl Israel und Venezuela seit 2009 keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, berichtete Edri, dass die Delegation während ihres gesamten Aufenthalts herzlich empfangen wurde. »Wir sind hier vor Ort in unseren IDF-Uniformen mit den Staatssymbolen und sind sehr stolz darauf. Niemand hat Angst um um unsere Sicherheit«, sagte er. Edri fügte hinzu, die Delegation sei »überrascht«, aber »sehr positiv« gewesen, als sie in Valencia landete und von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Venezuelas, Botschaftern und lokalen Beamten begrüßt wurde.

Oberrabbiner hofft auf formelle Annäherung

Die humanitäre Mission wurde auch von der venezolanischen Übergangsregierung öffentlich gewürdigt. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez dankte Israel für die Entsendung des Katastrophenhilfeteams. Sie lobte die Professionalität der israelischen Experten und betonte, dass die Delegation nach Abstimmung mit der jüdischen Gemeinde Venezuelas eingetroffen war. Rodríguez dankte außerdem Oberrabbiner Yitzhak Cohen für seine Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit der israelischen Regierung.

Laut der Interimspräsidentin habe die israelische Delegation bereits mit der Begutachtung der beschädigten Infrastruktur und der Vorbereitung des Wiederaufbaus ihres Landes begonnen.

Anschließend sprach Oberrabbiner Cohen von der Hoffnung, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten - nach mehr als einem Jahrzehnt ohne formelle diplomatische Beziehungen.

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