Jerusalem

»Antisemitische Hetze« und »Aufruf zum Völkermord«: Streit zwischen Israel und Türkei eskaliert

Außenminister Gideon Sa’ar Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Israels Außenminister Gideon Sa’ar hat Äußerungen seines türkischen Amtskollegen Hakan Fidan scharf verurteilt und ihnen eine gefährliche historische Dimension zugeschrieben. Fidan habe mit seinen Aussagen einen »eindeutigen Aufruf zum Völkermord« an den Juden formuliert, erklärte Sa’ar in Jerusalem.

Anlass waren Aussagen Fidans in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN Türk vom 2. Juli. Darin hatte der Außenminister mit Blick auf Israel erklärt: »Diese Menschen sind zu einer Last geworden, die die Menschheit nicht länger tragen kann.«

Sa’ar äußerte sich während eines Treffens mit seinem ruandischen Amtskollegen Olivier Nduhungirehe. Nach einem bilateralen Gespräch traten beide Minister gemeinsam vor die Presse. Dabei sagte der israelische Außenminister: »Das jüdische Volk weiß sehr genau, was geschieht, wenn solche Worte unwidersprochen bleiben. Der erste Schritt auf dem Weg zum Völkermord ist die Entmenschlichung.«

Lesen Sie auch

Bereits unmittelbar nach dem Interview des türkischen Ministers hatte Sa’ar über die Plattform X reagiert. Dabei bezeichnete er Fidans Äußerungen als »Lehrbuchbeispiel für Anstiftung zum Völkermord« und verglich die Rhetorik mit jener »der schlimmsten Vernichtungsregime der Geschichte«. Zugleich forderte er die internationale Gemeinschaft sowie die NATO-Partner der Türkei auf, den »offenen Aufruf zur Auslöschung Israels« unmissverständlich zu verurteilen.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und der Türkei haben sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Ministerpräsident Netanjahu sprach sich nach Medienberichten gegenüber den USA gegen eine Lieferung von F-35-Kampfjets an die Türkei aus. Zur Begründung verwies er unter anderem auf die Unterstützung der palästinensischen Terrororganisation Hamas sowie der Muslimbruderschaft durch Ankara. im

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  19.07.2026 Aktualisiert

Hightech

Zu Besuch im Silicon Wadi

Israels größter Technologiepark will IT-Talente nach Haifa locken. Das ist gar nicht so einfach

von Valentin Suckut  18.07.2026

Kommentar

Warum ich mit der SPD fertig bin

Eine späte Einsicht ist besser als gar keine, oder?

von Imanuel Marcus  18.07.2026

Jerusalem

Herzog im saudischen Fernsehen: »Mein Traum ist Frieden mit Saudi-Arabien«

Der israelische Präsident äußert sich auch zu den Themen Iran, Syrien, Libanon und Gaza: »Mein Herz schmerzt um jeden unschuldigen palästinensischen Zivilisten, der getötet wird.«

 17.07.2026

Jerusalem

Knesset verabschiedet umstrittene Medienreform – Opposition zieht vor Gericht

Das Gesetz erweitert den Einfluss der Regierung auf den Nachrichtenmarkt erheblich. Nach der Verabschiedung reichten mehrere Organisationen und Oppositionsparteien Klagen beim Obersten Gerichtshof ein

 17.07.2026

Neue Umfrage

Netanjahus Koalition stürzt auf 48 Sitze ab – Opposition kommt auf 62

In Israel zeichnet sich nur gut drei Monate vor der Wahl ein deutlicher Stimmungsumschwung ab

 17.07.2026

Jerusalem

Netanjahu verschiebt USA-Reise wegen Lindsey Grahams Beerdigung

Ursprünglich hatte der israelische Ministerpräsident morgen abfliegen und bis Dienstag in den USA bleiben wollen

 17.07.2026

Essay

Der Flüchtlingsstatus der Palästinenser muss endlich enden

Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  16.07.2026

Italien

Wenn Anne Frank und Primo Levi mit »Nazis« beschmiert werden

Erneut antisemitischer Vandalismus gegen ein Holocaust-Gedenkgemälde in Mailand

 16.07.2026