Diplomatie

Streit mit der Türkei: Wadephul stellt sich an die Seite Israels

Treffen zwischen Hakan Fidan und Johann Wadephul im Mai in Berlin Foto: picture alliance / Anadolu

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat jüngste Äußerungen seines türkischen Kollegen Hakan Fidan zu Israel als »vollkommen unangemessen « zurückgewiesen.

Er bezog sich auf eine Aussage aus einem Interview mit Fidan, das auf dem Sender CNN Türk ausgestrahlt wurde. Einen Ausschnitt mit Übersetzung hatte Israels Außenminister Gideon Saar zuvor auf der Plattform X veröffentlicht. Darin sagt Fidan, die israelische Politik und Denkweise seien zu einer Last geworden, die die Menschheit nicht länger ertragen könne. Israel sei ein Problem für die gesamte Menschheit.

Wadephul sagte dazu »Bild«: »Israel ist einer anhaltenden Bedrohung aus der Region ausgesetzt und hat das Recht und die Pflicht, seine Bevölkerung zu schützen.« Wadephul kündigte an, er werde noch vor dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel nach Israel reisen und Saar treffen. Kritik kam auch aus der Linke-Fraktion im Bundestag. Ihre außenpolitische Sprecherin Cansu Özdemir sagte »Welt«, Fidans Äußerungen seien »entmenschlichend und brandgefährlich«.

Anlass für Fidans Äußerung war Israels formelle Anerkennung des Völkermords an den Armeniern (ab 1915). Die türkische Regierung sprach von einem politischen Vergeltungs- und Ablenkungsmanöver. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, Israel versuche, »die eigenen Verbrechen zu vertuschen« und die Türkei mit Verleumdungen zu überziehen. dpa

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