New York

Adam Sandler traut Taylor Swift und Travis Kelce – Debatte über Israel-Haltung entfacht

Taylor Swift Foto: picture alliance / Photoshot

Die Hochzeit von Popstar Taylor Swift und Football-Profi Travis Kelce hat in den sozialen Medien eine unerwartete politische Debatte ausgelöst. Auslöser war die Rolle des jüdischen Schauspielers Adam Sandler, der die Trauung im New Yorker Madison Square Garden leitete.

Vor allem israelfeindliche Aktivisten werteten seine Mitwirkung als Hinweis auf eine mögliche Haltung der Sängerin im Nahostkonflikt. Die Jewish Telegraphic Agency (JTA) berichtete.

Zu den Gästen der Feier gehörten auch zahlreiche prominente jüdische Persönlichkeiten, darunter die Musikerinnen der Band Haim, Schauspielerin und Autorin Lena Dunham, Unternehmer Joshua Kushner (dem jüngeren Bruder von Jared Kushner) sowie der frühere NFL-Spieler Mitchell Schwartz.

Schauspieler Sandler pflegt seit Jahren freundschaftliche Beziehungen zu Swift und Kelce. Nach eigenen Angaben entstand der Kontakt über seine Töchter, die Fans der Sängerin sind.

Swift selbst hat sich zum Krieg zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas bislang nicht öffentlich geäußert. Während zahlreiche Prominente Stellung bezogen, vermied sie politische Aussagen. Das führte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Spekulationen. Einige pro-palästinensische Anhänger warfen ihr Schweigen vor und protestierten bei Konzerten, während andere vermuteten, sie wolle ihre Fans nicht mit politischen Äußerungen vor den Kopf stoßen.

»Kein Zweifel«

Nach der Hochzeit griffen mehrere israelfeindliche Nutzer in den sozialen Medien Sandlers Rolle auf. Ein Account namens »Land Palestine« schrieb: »An alle Swifties, die Taylor Swifts Schweigen zu Palästina verteidigen: Adam Sandler, ein bekannter Zionist, hat ihre Hochzeit geleitet. Ich glaube, jetzt wissen wir, wo sie steht.«

Adam SandlerFoto: picture alliance / Sipa USA

Auch die an der Universität Oxford studierende Aktivistin Kate Crawford äußerte sich auf der Plattform X. Sie schrieb: »Sie sind ganz klar alle Zionisten, daran gibt es keinen Zweifel.«

Umgekehrt interpretierten laut JTA auch einige israelfreundliche Kommentatoren die Ereignisse als mögliches Signal. In einem Diskussionsforum auf Reddit spekulierten Nutzer darüber, ob Swift ihre Ansichten künftig möglicherweise offener äußern könnte. Als Indiz wurde unter anderem genannt, dass sie und Kelce kürzlich gemeinsam in einem israelischen Restaurant gegessen hätten.

Andere wiesen jedoch darauf hin, dass auch das palästinensisch-amerikanische Model Gigi Hadid, das Israel wiederholt scharf kritisiert hat, unter den Hochzeitsgästen gewesen sei.

»Sehr pro-israelisch«

Die Diskussion erreichte schließlich ein solches Ausmaß, dass selbst Satire-Accounts sie aufgriffen. So verbreitete der Parodie-Account »Buzz Crave« den scherzhaften Beitrag, Swift und Kelce seien für ihre Flitterwochen nach Israel gereist.

Sandler hatte sich in der Vergangenheit nur selten öffentlich zu Israel geäußert. Im Jahr 2015 kritisierte er während eines Interviews in der Radiosendung von Howard Stern Künstler, die Israel boykottieren, und bezeichnete sich selbst als »sehr pro-israelisch«. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 erklärte er: »Mein Herz ist gebrochen.«

Außerdem unterzeichnete er einen offenen Brief aus der Unterhaltungsbranche, in dem US-Präsident Joe Biden aufgefordert wurde, sich für die Freilassung der von der Hamas verschleppten israelischen Geiseln einzusetzen.

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Bekannt ist Sandler unter anderem für seine Rolle als israelischer Soldat Zohan Dvir in der Komödie »Leg dich nicht mit Zohan an« aus dem Jahr 2008. Trotz dieser Rolle erklärte er 2022, selbst noch nie Israel besucht zu haben.

»Vorbildliches Zeichen«

Der israelfreudliche Influencer Ran Alkalay sah in den Reaktionen auf Sandlers Auftritt ein weiteres Beispiel dafür, dass jüdische Persönlichkeiten unabhängig von ihrem politischen Engagement zur Zielscheibe würden. Er schrieb auf Instagram: »Du kannst schweigen. Du kannst Politik vermeiden. Du kannst versuchen, dich nicht einzumischen. Für Antisemiten spielt das keine Rolle.«

Andere jüdische Stimmen lenkten den Blick dagegen auf einen anderen Aspekt der Hochzeit. Rabbiner David Glickman aus Kansas City würdigte auf Facebook die Spenden des Brautpaares in Höhe von 26 Millionen Dollar, die vor der Trauung für wohltätige Zwecke zugesagt worden waren.

Er schrieb: »Die jüdische Tradition besagt, dass Braut und Bräutigam an ihrem Hochzeitstag bei Gott ein besonderes Gehör finden und still für Menschen in Not beten. Ich bin dankbar, dass eure Gebete nicht nur still geblieben sind.«

Zudem lobte er die großzügigen Spenden als vorbildliches Zeichen der Zedaka, der jüdischen Pflicht zur Wohltätigkeit. im

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