Türkei

Netanjahu warnt die USA vor einem Kampfjet-Deal mit der Türkei

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung für Theodor Herzl in Jerusalem Foto: POOL

Kurz vor Beginn des zweitägigen Nato-Gipfels hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eindringlich vor einem Kampfjet-Deal zwischen den USA und der Türkei gewarnt. Er glaube nicht, dass Washington Ankara F-35-Kampfjets oder Triebwerke für ihre Kampfflugzeuge liefern solle, sagte er im Gespräch mit dem Sender »Fox News«. »Das würde das Gleichgewicht der Kräfte im Nahen Osten stören«, führte der Premier aus. Bislang garantierten Israel und das US-Militär diese Balance.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump den Verkauf von F-110-Triebwerken an die Türkei forciert und sich damit über den Widerstand im US-Parlament hinwegsetzt. Gregory Meeks, das ranghöchste Mitglied der Demokraten im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, blockiert einen solchen Verkauf. Ende Juni gab er bekannt, dass die US-Regierung ihn darüber informiert habe, dass sie »unverzüglich« mit einer formellen Benachrichtigung zu einem Rüstungsverkauf in Höhe von mehr als 700 Millionen US-Dollar an die Türkei fortfahren werde.

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Meeks warf der Regierung vor, eine Überprüfung des Waffenverkaufs durch den US-Kongress zu umgehen. Der Demokrat bezeichnete das Vorgehen als »ein weiteres zutiefst besorgniserregendes Beispiel für die offene Missachtung der Kontrollbefugnisse des Kongresses durch diese Regierung«. Der Abgeordnete kritisierte dabei auch, von der US-Regierung keine Informationen zu Sicherheitsbedenken wie Ankaras fortwährendem Besitz des russischen Raketenabwehrsystems S-400 erhalten zu haben.

Heute beginnt im türkischen Ankara der zweitägige Nato-Gipfel. US-Regierungskreisen zufolge dürfte es am Rande des Treffens zu Ankündigungen zu Ausgaben »im Milliardenbereich« kommen. Unter anderem könnte es dabei um den »Kauf von High-End-Waffensystemen von US-Unternehmen« gehen, stellte ein hochrangiger Regierungsbeamter im Vorfeld in Aussicht. dpa/ja

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