Das israelische Rüstungstechnologie-Unternehmen Skapion hat in einer ersten Finanzierungsrunde 36 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Start-up entwickelt ein mobiles Abwehrsystem, das speziell auf die Bekämpfung großer Drohnenschwärme ausgelegt ist. Darüber berichtete die »Jerusalem Post«.
Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von den Investoren UP.Partners und Khosla Ventures. Weitere Geldgeber beteiligten sich ebenfalls an der Seed-Runde. Mit dem frischen Kapital will Skapion die Entwicklung seiner Technologie beschleunigen, zusätzliche Fachkräfte einstellen und die Erprobung des Systems vorantreiben.
Das Unternehmen arbeitet an einer Komplettlösung, die anfliegende Drohnen nicht nur erkennen, sondern auch gleichzeitig bekämpfen und ausschalten soll. Nach Angaben des Unternehmens ist das System darauf ausgelegt, auch unter schwierigen Einsatzbedingungen und bei eingeschränkter Kommunikation zu funktionieren. Es soll sowohl bewegliche Truppen als auch militärische Einrichtungen und kritische Infrastruktur schützen.
Eingeschränkt geeignet
Hintergrund der Entwicklung ist die zunehmende Bedeutung günstiger Kampfdrohnen auf modernen Schlachtfeldern. Vor allem Schwärme preiswerter unbemannter Fluggeräte stellen Armeen vor neue Herausforderungen, da deren Abwehr häufig deutlich teurer ist als die eingesetzten Drohnen selbst. Nach Darstellung des Unternehmens haben insbesondere die Erfahrungen der vergangenen Jahre im Nahen Osten und in der Ukraine gezeigt, dass herkömmliche Luftverteidigungssysteme für solche Massenangriffe nur eingeschränkt geeignet sind.
Skapion-Mitgründer und Geschäftsführer Ido Bar-On erklärte dem Bericht zufolge: »Die Frage ist nicht mehr, ob eine einzelne Drohne entdeckt oder abgeschossen werden kann. Die Frage ist, ob moderne Streitkräfte Drohnenschwärme mit der Geschwindigkeit, im Umfang und zu den Kosten neutralisieren können, die das heutige Gefechtsfeld verlangt.«
Auch Investor Ben Marcus zog einen Vergleich zum israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome. »Der Iron Dome hat die Spielregeln für Raketen und Flugkörper verändert. Skapion macht nun dasselbe für Drohnenschwärme. Die Bedrohung hat sich von einzelnen teuren Geschossen zu großen Zahlen billiger Drohnen entwickelt – und die Verteidigung muss sich entsprechend weiterentwickeln.«
Regierungsstellen und Verteidigungspartner
Zum Gründerteam gehören mehrere ehemalige Offiziere der israelischen Luftwaffe und Verteidigungsexperten. Mitgründer Pini Jungman war unter anderem an den israelischen Luftverteidigungsprogrammen »Iron Dome« und »David’s Sling« beteiligt. Das Ende 2025 gegründete Unternehmen beschäftigt inzwischen mehrere Dutzend Mitarbeiter.
Skapion hat seinen Hauptsitz in Washington, D.C., während sich das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Ramat Gan bei Tel Aviv befindet. Das neu eingeworbene Kapital soll auch für die Zusammenarbeit mit Regierungsstellen und Verteidigungspartnern in Israel, den USA und weiteren verbündeten Staaten eingesetzt werden. im