Verteidigung

Volkswagen prüft Einstieg in Produktion für Iron Dome

Das Volkswagen-Werk in Osnabrück Foto: picture alliance / SvenSimon

Der Autobauer Volkswagen lotet offenbar eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael aus. Im Raum steht die Möglichkeit, Teile für das Raketenabwehrsystem Iron Dome in Deutschland fertigen zu lassen – konkret im Werk Osnabrück, dessen Zukunft derzeit ungewiss ist. Dies geht aus einem Bericht der »Financial Times« hervor.

Nach Informationen aus Branchenkreisen befindet sich das Projekt noch in einem frühen Stadium. Eine endgültige Entscheidung sei nicht gefallen, betont Volkswagen selbst. Man prüfe verschiedene Optionen für den Standort, der vor einem grundlegenden Umbruch steht.

Hintergrund der Überlegungen ist das geplante Auslaufen der Produktion des T-Roc Cabriolet im Jahr 2027. Rund 2300 Beschäftigte sind an dem Standort tätig, für den dringend ein neues Nutzungskonzept gefunden werden muss.

Mehrere Szeniarien

In diesem Zusammenhang werden auch Kooperationen mit Unternehmen aus dem Sicherheits- und Verteidigungsbereich erwogen. Gespräche mit Rafael gehören demnach zu mehreren Szenarien, die derzeit untersucht werden.

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Nach bisherigen Berichten könnten in Osnabrück unter anderem Transportfahrzeuge für Abfangsysteme, Komponenten für Abschussvorrichtungen sowie Generatoren hergestellt werden. Die eigentlichen Abfangraketen wären nicht Teil der Produktion.

Volkswagen selbst zeigt sich jedoch zurückhaltend. Zwar bestätigte der Konzern Gespräche mit verschiedenen Partnern, schloss aber zugleich ausdrücklich aus, Waffen zu produzieren. Diese Differenzierung gilt als zentral, da der Übergang von ziviler Industrie zu militärischer Nutzung politisch und gesellschaftlich sensibel ist.

Ohne Ergebnis

Das Bundesverteidigungsministerium äußerte sich bislang nicht zu den Berichten. Offizielle Bestätigungen für ein mögliches Kooperationsprojekt stehen damit aus.

Die aktuellen Überlegungen sind nicht die ersten Versuche, eine Perspektive für das Werk in Osnabrück zu entwickeln. Bereits im vergangenen Jahr hatte Volkswagen Gespräche mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall geführt, die jedoch ohne Ergebnis blieben.

Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt erklärt, man stehe weiterhin im Austausch mit Akteuren aus dem Sicherheitsbereich, um tragfähige Lösungen für betroffene Standorte zu finden. Dabei gehe es auch darum, Arbeitsplätze zu sichern und soziale Folgen abzufedern. im

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