Glosse

Die Malheurs der Gaza-Flottille

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Es gibt viele Möglichkeiten, Hass auf den einzigen jüdischen Staat zu zeigen. Die einfache Variante ist eine Pro-Terror-Demo auf den Straßen Berlins, Londons und Stockholms oder das Anbringen eines Pro-Terror-Aufklebers an einer verrosteten Straßenlaterne. Wer aber Wert auf mehr Medienpräsenz legt, sticht in See – und dies auf 47 mehr oder minder seetüchtigen Booten.

Der Weg der »Global Sumud Flotilla« führt über das malerische Mittelmeer. Schon lange bevor diese Flotte der Israelfeinde nah an Gaza herankam, passierten Malheurs. Kaum hatten die ersten 20 Boote Barcelona verlassen, zwang sie ein zionistischer Sturm zur zeitweisen Rückkehr in den sicheren Hafen.

In Tunis wurde nach Angaben der Teilnehmerin Greta Thunberg eines der Boote mit einer Drohne angegriffen. Präsentiert wurde ein Foto, das leicht angesengte Rettungswesten zeigte. Selbst die tunesische Regierung bestritt die Darstellung der früheren Klimaschützerin aus Schweden.

Eine weitere vermeintliche Drohnenattacke führte ebenfalls zu einem Brand an Bord eines der Boote. Ein im Netz verbreiteter Videoclip zeigte, wer den Brand offenbar verursachte: Ein Teilnehmer hantierte mit einem Feuerwerkskörper und schoss diesen aus Versehen auf sein eigenes Boot ab. Mehr mysteriöse Drohnenangriffe gab es nach Angaben von Teilnehmern letzte Woche. Schäden an den Booten wurden aber gar nicht festgestellt. Hmmm.

Inkompatibilität

Die Meuterei auf der »Bounty« passierte vor einer Woche: Greta Thunberg trat als Mitglied der führenden »Steuerungsgruppe« der Flottille zurück. Ihr Argument: Die Kommunikation der Organisatoren konzentriere sich zu sehr auf »interne Angelegenheiten«. Laut »Il Manifesto« will sie seither nur noch als »Organisatorin und Teilnehmerin« fungieren.

Passen queere Aktivisten und Islamisten also nicht zusammen? Was für eine Überraschung!

Der Riss war aber noch tiefer. Von einer Kollision mit dem Eisberg konnte sinnbildlich die Rede sein, als vor ein paar Tagen ein tunesischer Koordinator namens Khaled Boujemaa die Segel strich und der Publikation »Le Courrier de L’Atlas« zufolge beleidigt abdampfte. Der Grund: Laut Bericht beschuldigte er einen Kollegen, die Anwesenheit ebenfalls tunesischer LGBTQI-Aktivisten auf Flottillen-Booten verschwiegen zu haben.

Passen queere Aktivisten und Islamisten also nicht zusammen? Was für eine Überraschung! Sind »Queers for Palestine« tatsächlich die »Chickens for KFC«? Wer hätte das gedacht?

Terrorverbindung

In einem Video, das er später löschte, erwähnte Boujemaa Teilnehmer, die die Flottille schon in Tunis verließen, da einige der Boote ihrer Ansicht nach zu alt und schlecht gewartet sind. Boujemaas Kollege Yusuf Omar, der Sprecher der »Global Sumud Flotilla«, trat ebenfalls zurück – und die deutsch-österreichische Aktivistin und Millionenerbin Marlene Engelhorn hatte ihre Teilnahme bereits abgeblasen, bevor ihr Boot überhaupt abgelegt hatte.

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Der vorletzte Akt des Theaterstücks, das die Terrorfreunde der Flottille im Mittelmeer aufführen, war am Dienstag an der Reihe. Es war eine Art Kernschmelze auf See: Israel legte Belege dafür vor, dass die palästinensische Terrororganisation Hamas an der Durchführung und Finanzierung der »Global Sumud Flotilla« beteiligt ist.

Es geht dabei um zwei Mitglieder der »Palästinensischen Konferenz der Palästinenser« (PCPA), die die Vertretung der Hamas im Ausland darstellt. Wieder hielt sich die Überraschung in Grenzen.

Jetzt fehlt nur noch das Happy End: Dazu gehört das Aufbringen der Boote durch die israelische Marine, das vorübergehende Einbuchten der Teilnehmer und schließlich die Ausweisung der israelfeindlichen Selbstdarsteller von der Flottille, deren lächerliche Hilfslieferung auf einen einzigen Lastwagen gepasst hätte.

marcus@juedische-allgemeine.de

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