Eine israelische Mutter und ihr Sohn sind nach eigenen Angaben nur knapp einem Lynchversuch entkommen, nachdem ihr Navigationssystem sie versehentlich in die palästinensische Stadt Dschenin im nördlichen Westjordanland geführt hatte. Beide blieben unverletzt, ihr Fahrzeug wurde jedoch schwer beschädigt. »Ynet« berichtete.
Die beiden waren auf dem Weg zu Freunden in Afula, als ihre Navigations-App sie nach eigenen Angaben in die Stadt leitete. Im stockenden Verkehr bemerkten sie nach Angaben der Mutter, dass sie sich in Dschenin befanden. Kurz darauf hätten sich Dutzende Menschen um das Auto versammelt.
»Mir wurde klar, dass Waze uns nach Dschenin geführt hatte«, schilderte die Frau. »Dutzende Araber versuchten, die Türen zu öffnen, warfen Steine auf uns und versuchten, uns anzuhalten.« Während des Angriffs nahm sie Kontakt mit der Sicherheitszentrale des Regionalrats Samaria auf, dessen Mitarbeiter sie aus der Gefahrenzone lotsten. »Ich fuhr mit voller Geschwindigkeit und wir schafften es, herauszukommen«, sagte sie.
Nach Angaben der israelischen Armee warfen Angreifer unter anderem einen Ziegelstein auf das Fahrzeug, wodurch dieses erheblich beschädigt wurde. Wenig später trafen Mutter und Sohn am Gilboa-Übergang auf israelische Soldaten.
Die Streitkräfte teilten mit: »Vor Kurzem ging ein Bericht über zwei israelische Zivilisten ein, die versehentlich in das Gebiet der Stadt Dschenin im Verantwortungsbereich der Menasche-Brigade eingefahren waren. Die Zivilisten wurden von Terroristen angegriffen, die einen Ziegelstein auf sie warfen. Dadurch wurde das Fahrzeug beschädigt, Verletzte gab es nicht.« Nach Eingang der Meldung hätten Soldaten Einsätze im Raum Dschenin begonnen und gesuchte Verdächtige festgenommen. Zugleich erinnerte die Armee daran, dass Israelis die Einreise in das sogenannte Gebiet A untersagt sei. Der Aufenthalt dort sei gefährlich und verstoße gegen geltendes Recht.
Der Vorsitzende des Regionalrats Samaria, Yossi Dagan, sprach von einem »schweren Lynchversuch«. Der Vorfall zeige erneut die Sicherheitslage in Dschenin. Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Palästinensische Autonomiebehörde, deren Aufwiegelung seiner Ansicht nach zu solchen Angriffen beiträgt. im