Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Eine Dassault Falcon 6X Foto: picture alliance / abaca

Irlands neues Regierungsflugzeug könnte bei dichtem Nebel oder anderen Wetterlagen mit eingeschränkter Sicht künftig große Nachteile haben. Nach Berichten irischer Medien wurde beim Kauf des rund 53 Millionen Euro teuren Dassault Falcon 6X auf das System »FalconEye« verzichtet, weil es gemeinsam mit dem israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems entwickelt wurde.

Das Flugzeug wurde Ende 2025 ausgeliefert und ersetzt den bisherigen Learjet der Regierung, der aufgrund technischer Probleme und seiner begrenzten Reichweite ausgemustert worden war. Die Maschine dient vor allem dem irischen Premierminister sowie Ministern und anderen Regierungsvertretern für offizielle Reisen.

»FalconEye« ist ein kombiniertes Sichtsystem, das in Kooperation zwischen Dassault Aviation und Elbit Systems hergestellt wird. Es verbindet Kamerabilder mit computergenerierten Geländedaten und soll Piloten insbesondere bei Nebel, Schnee, Dunkelheit oder anderen Bedingungen mit schlechter Sicht eine sichere Landung ermöglichen.

Lesen Sie auch

Mehrere Quellen bestätigten dem irischen Nachrichtenportal »The Journal«, dass die Technologie bewusst nicht bestellt wurde, weil sie von Elbit Systems stammt. Das israelische Unternehmen beliefert unter anderem die israelischen Streitkräfte mit Rüstungsgütern.

Das irische Verteidigungsministerium widersprach jedoch Berichten über Einschränkungen der Einsatzfähigkeit. Die neue Regierungsmaschine unterliege derzeit »keinen operativen Beschränkungen«, erklärte die Behörde. Ein früherer Pilot des Irish Air Corps, Kevin Phipps, bewertete den Verzicht auf das System anders. Gegenüber »The Journal« erklärte er, »FalconEye« ermögliche Landungen bei Nebel, während andere Flugzeuge in solchen Situationen auf einen Ausweichflughafen ausweichen müssten.

Die Debatte steht im Zusammenhang mit der Haltung der irischen Regierung zu israelischer Technologie. Ministerpräsident Micheál Martin hatte nach Medienberichten 2024 als damaliger Außenminister erklärt, Irland werde keine Ausrüstung beschaffen, die israelische Komponenten enthalte. Recherchen von »The Journal« zufolge sind dennoch mehrere Hubschrauber des Irish Air Corps mit gemeinsam von Airbus und Elbit entwickelten Flugsystemen im Einsatz.

Außerdem verfügt ein Seeaufklärungsflugzeug demnach über ein in Israel hergestelltes Radarsystem. Nach Angaben des Berichts waren diese Komponenten technisch unverzichtbar. im

Jerusalem

NGO Monitor: Umbenennungen sollen Sanktionen gegen Terror-Verbindungen umgehen

Betroffen sind vor allem Organisationen, denen Verbindungen zur Hamas oder zur PFLP vorgeworfen werden. Was bedeutet dies für die Wirksamkeit von Sanktionssystemen?

 18.09.2026

Ranking

Jerusalem Post: Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Luftfahrt

SAS streicht geplante Direktflüge zwischen Kopenhagen und Tel Aviv

Welche Begründung liefert die skandinawische Fluglinie für ihren Kurswechsel?

 18.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  18.09.2026

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Kanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 18.09.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

20.000 neue Olim – auch aus Deutschland

Die Jewish Agency verzeichnete im jüdischen Jahr 5786 Einwanderer aus 100 Ländern. Besonders viele kamen aus Russland, Frankreich und den USA

von Sabine Brandes  17.09.2026

Tel Aviv

Heikle Bergung eines 2000 Jahre alten Ritualbads in Israel

Mit Spezialkran und viel Fingerspitzengefühl: In Israel wird eine 25 Tonnen schwere Mikwe aus der Erde gehoben. Stahlträger halten das antike Bauwerk zusammen – die heikle Bergung gelingt unbeschadet

 17.09.2026