Eine von UNICEF koordinierte Ernährungserhebung stellt die Darstellung einer Hungersnot im Gazastreifen infrage. Nach den veröffentlichten Daten liegt die akute Mangelernährung bei Kindern in dem Küstengebiet auf einem niedrigen Niveau. Auch israelische Medien Berichteten.
»Erneut setzen sich Fakten gegen Fiktion durch«, erklärte Israels UN-Botschafter Danny Danon. Selbst UN-Organisationen räumten inzwischen ein, dass das »falsche Narrativ« über eine angebliche Hungersnot im Gazastreifen zusammenbreche. »Israel lässt Kinder nicht verhungern. Israel bekämpft den Terrorismus der Hamas, während die Hamas die Zivilbevölkerung im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde missbraucht. Diejenigen, die Israel vorschnell beschuldigt haben, müssen nun für die Verbreitung von Lügen zur Verantwortung gezogen werden.«
Die Untersuchung wurde nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt. Dabei wurden unter anderem Körpergröße, Gewicht und Oberarmumfang von Kindern gemessen, um den Grad akuter Mangelernährung zu bestimmen. Den Ergebnissen zufolge lag die Rate je nach Region zwischen 0,2 und 0,8 Prozent. Nach israelischen Angaben entspricht dies dem Niveau vor dem Krieg gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas oder liegt sogar darunter. Auch im Vergleich mit mehreren Nachbarstaaten fielen die Werte niedriger aus.
Andere Ernährungsprobleme
Das israelische Außenministerium erklärte mit Verweis auf die Erhebung, daraus ergebe sich eindeutig: »Im Gazastreifen herrscht keine Hungersnot.« Die gemessenen Werte lägen deutlich unter den international als kritisch eingestuften Schwellen.
Die Studie verweist allerdings auch auf andere Ernährungsprobleme. Demnach leidet etwa jedes achte Kind unter Wachstumsverzögerungen, was auf längerfristige Mangelversorgung hindeutet. Zudem komme Übergewicht vor. Die Forscher betonen, dass dies auf Defizite bei der Qualität der Ernährung schließen lasse und nicht allein auf die verfügbare Nahrungsmenge. Besonders im Raum Chan Junis und Rafah sei der Konsum ungesunder Lebensmittel hoch, während in Gaza-Stadt und im Norden des Gazastreifens viele Kinder kaum Obst oder Gemüse essen.
Bereits Ende Juli hatte auch die Initiative Integrated Food Security Phase Classification (IPC) erklärt, dass sich die Ernährungs- und Versorgungslage seit Beginn der Waffenruhe im Oktober 2025 verbessert habe. Ursache sei die umfangreiche humanitäre Hilfe. Gleichzeitig warnte die Organisation, dass der Hilfsbedarf weiterhin groß bleibe und sich die Lage im weiteren Jahresverlauf wieder verschlechtern könnte.
Zwei Millionen Tonnen
Die israelische Behörde COGAT teilte derweil mit, seit Beginn der Waffenruhe die Einfuhr von mehr als zwei Millionen Tonnen Lebensmitteln sowie weiterer humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen koordiniert zu haben. Der kontinuierliche Nachschub habe nach Angaben der Behörde zu sinkenden Preisen auf den Märkten geführt.
In vielen Orten würden frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte angeboten. COGAT erklärte außerdem, die humanitäre Lage werde gemeinsam mit internationalen Partnern fortlaufend beobachtet. Man werde die Bemühungen fortsetzen, damit lebenswichtige Güter die Zivilbevölkerung im Gazastreifen erreichten. im