Umfrage

Viele Gaza-Bewohner denken über Auswanderung nach

In Gaza Stadt begibt sich am Montag ein Kind zu einer Wasserpumpe, um Kanister zu füllen. Foto: picture alliance / Anadolu

Eine interne Erhebung der israelischen Behörde für zivile Angelegenheiten in den Palästinensergebieten (COGAT) deutet nach Angaben der »Jerusalem Post« auf eine hohe Auswanderungsbereitschaft im Gazastreifen hin. Demnach hätten sich fast 80 Prozent der Befragten dafür interessiert, Informationen über Möglichkeiten zur Ausreise in Drittstaaten zu erhalten.

Die Ergebnisse seien hochrangigen israelischen Regierungsvertretern präsentiert worden, berichtet die Zeitung. Die Umfrage sollte demnach klären, zu welchen Themen die Bevölkerung im Gazastreifen zusätzliche Informationen wünsche. Während die große Mehrheit Fragen zu möglichen Ausreiseverfahren stellte, interessierten sich laut der Erhebung lediglich 17,5 Prozent vor allem für Lebensmittelversorgung und humanitäre Hilfe. Nur etwa 2,5 Prozent nannten medizinische Hilfsangebote als Hauptinteresse.

In israelischen Sicherheitskreisen werden die Zahlen offenbar als Hinweis dafür gewertet, dass viele Bewohner des Gazastreifens angesichts der anhaltenden Zerstörung und der unsicheren Zukunftsperspektiven vor allem Möglichkeiten suchen, das Gebiet zu verlassen. Hintergrund ist auch die festgefahrene politische Lage nach dem Krieg sowie die Weigerung der Hamas, ihre Waffen niederzulegen. Eine Entwaffnung gilt als zentrale Bedingung in den Vorstellungen der USA für einen langfristigen Wiederaufbau des Gazastreifens.

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Seit Beginn des Krieges nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober haben nach israelischen Angaben mehr als 44.000 Menschen den Gazastreifen verlassen. Darunter seien Verletzte, andere Patienten sowie Personen mit Visa für Drittstaaten gewesen. Nach der Wiederöffnung des Grenzübergangs Rafah im Februar im Rahmen der Waffenruhe sind dem Bericht zufolge rund 2500 weitere Menschen ausgereist.

COGAT erklärte zudem, zwischen dem 10. und 14. Mai seien etwa 30.000 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gebracht worden. Dazu hätten auch größere Lieferungen von Motoröl gehört, um den Betrieb von Einrichtungen der Vereinten Nationen aufrechtzuerhalten.

Darüber hinaus seien in derselben Woche mehr als 440 Tonnen medizinischer Ausrüstung geliefert worden, darunter zehn Lastwagen mit Medikamenten und medizinischem Material der Weltgesundheitsorganisation WHO. Nach Angaben der Behörde unterstützte Israel außerdem die Evakuierung von rund 130 Bewohnern des Gazastreifens nach Jordanien. im

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